Samstag, 18. Januar 2014

Review: Dally Buyers Club


Tja, was soll ich sagen: Wer sich selbst Regeln macht, muss sich auch dran halten. Sonst hätte es Dallas Buyers Club nicht auf meine Filmiste geschafft.


Die Story
In den 80er Jahren wude der Rodeo-Reiter Ron Woodroof positiv auf HIV getestet. Seine Ärzte prognostizierten ihm noch 30 Tage zu leben. Der Film erzählt, wie Woodroof mit dieser Diagnose umging, wie der früher homophobe Macho neue, ebenfalls betroffene Freunde fand, wie er mit der richtigen Medikation aus einem Monat mehrere Lebensjahre machte und wie er für die besseren Medikamente kämpfte. 
Die Fakten




offizieller Filmstart in Deutschland: 6. Februar 2014

 Filmdauer: 117 min


 Regisseur: Jean-Marc Vallée

Hauptdarsteller: Matthew McConnaughey


Nebendarsteller: Jared Leto, Jennifer Garner 
Pluspunkte 
* Der Soundtrack ist nicht schlecht.
* Eine Story über HIV, die Wichtigkeit der Medikation und die Frage, ob und wie Selbstbestimmung bei der Medikamentenwahl über politischen Belangen stehen sollte, ist wichtig.
* Die Leistung, die McConnaughey und Jared Leto hier zeigen, ist sehr hoch einzuschätzen. Einen Mann zu spielen, der sich als Frau sieht, als solche aber einen Mann darstellen muss, ist ganz großes Kino. Und wer die Romanzen mit McConnaughey kennt, versteht, welche Leistung er hier bringt. 
 * Die Leistungen bei MakeUp und Hairstyling sind sicherlich osscarreif, denn Schauspieler haben schlichtweg natürliche Grenzen darin, wie krank sie ihren Körper aussehen lassen können. Das Endstadium von HIV darzustellen ist also eine Herausforderung für die Maske. Und Jared Leto wurde superweiblich! 
Kritikpunkte
* Irgendwie plätschert das Drama vor sich hin, ohne echte Spannung oder Emotionen zu erzeugen. Es ist zwar ein netter Film, man verpasst aber nichts, wenn man ihn nicht sieht.
* Ich finde die Charaktere ziemlich platt und eindimensional. Hier der kranke, äußert feminin-schwule Transsexuelle, da der HIV-positive Macho, dort die engagierte, gegen die Machtstrukturen hilflose, junge Ärztin. Es gab kaum ein Ausbrechen aus diesen Stereotypen.
* Der Film war mir insgesamt zu düster. Klar, düster passt zu einem dramatischen Biopic, aber man hätte zumindest in den Kulissen mit mehr Farbe arbeiten können.
* Auch hier, wie bei tWoWS, zu viel - zudem platter - Sex, zu viel Fuck und zu viel Drogen. Im Gegensatz zum Wolf wird das zwar, was vor allem dem Hintergrund geschuldet ist, nicht rein positiv dargestellt, aber es müsste auch nicht so extrem gezeigt werden. 
Fazit
Insgesamt ist Dallas Buyers Club ein solides Biopic, das aber Highlights und Spannung vermissen lässt und mich deshalb nicht vollständig überzeugen kann. Ich gebe eine 6.

Filmcharts 2014
Dallas Buyers Club 6
the Wolf of Wall Street 8