Sonntag, 17. September 2017

Unsere erste Fahrt im Heißluftballon – Heißluftballonfestival im Europa-Park


Seit Jahren, noch ehe ich vor 18 Jahren Andreas kennenlernte, sage ich, dass ich eines Tages Heißluftballon fahren will.
Fahren, nicht fliegen, denn Gefährte, die leichter sind als Luft, fahren, während Gefährte, die schwerer sind als Luft, fliegen. Ein Heißluftballon ist also … genau, leichter als Luft, deshalb wird der Heißluftballon gefahren.

Dem stand aber immer meine Höhenangst im Weg. Bis … Ich 2016 auf der Silver Star gemerkt habe, dass ich gar keine Höhenangst habe.

Ja, natürlich sind die paar Meter der Silver Star nichts gegen die hunderte vom Heißluftballon...
 
Also konnte ich mir zum 35. Geburtstag eine Ballonfahrt auf dem Heißluftballonfestival im Europa-Park wünschen, stattfinden würde das am 15. September.
Erst habe ich mich sehr drauf gefreut.

Aber als dann Tag X näher rückte, war ich ein Häufchen Angst.
Habe gehofft, dass das Wetter zu schlecht ist,
mich über Sturmwarnungen gefreut,
mir alles mögliche ausgemalt und das Pflegepersonal gefragt, ob er weiß, wie mit unseren Katzen zu verfahren ist, falls wir nicht heil zurück kommen.
Ja, ich hatte wirklich Panik, Ihr seht es auf diesem Bild, entstanden nach dem Check-In, beim Warten auf unsere Erdferkel.

Tipp: wenn ihr dieses und die folgenden Bilder anklickt, werden sie größer.
Wenn der Start am 15. nicht hätte stattfinden können, kann ich euch garantieren, dass ich die Option der Geldrückgabe genutzt hätte (ging eh nicht anders, war alles ausgebucht) und ich nie wieder auch nur an eine Fahrt im Heißluftballon gedacht hätte.

Aber, was soll ich sagen, wir fanden uns pünktlich am Treffpunkt im Europa-Park-Saloon ein, wurden von unseren Erdferkeln abgeholt und zum Ballon gebracht. Und dann wurde da alles zu einem der schönsten Selbstläufer, die ich je erlebt habe.

Sobald du zum Ballon läufst, deine Einweisung bekommst, dir alles anschauen kannst und du helfen musst, dann das Einsteigen kommt, hast du keine Zeit mehr für Angst. Zumindest ging es mir so.


Wenige Minuten vorm Einsteigen, Tanja gespannt und neugierig, kaum Angst zu verzeichnen.


Ach, weil Ihr gefragt habt: Nein, es ist nicht kalt oder zugig gewesen. Ich war tatsächlich eher zu dick angezogen. Zugig kann es nicht sein, weil der Ballon im Wind fährt, vom Wind spürten wir also nichts. Und es ist nicht kälter als auf dem Boden, dank Brenner sogar wärmer.
Der Brenner ist auch der Grund für die Kopfbedeckung.... :-)
Ehe wir uns jetzt in unser Heißluftballon-Erlebnis stürzen, will ich euch noch erzählen, dass wir uns langsam vorbereitet haben.

Unsere langsame Vorbereitung: Euro-Tower

 


Um uns auf das Abenteuer vorzubereiten haben wir nicht nur gelesen, gelesen und gelesen - sodass wir später schon alles wussten, was es über die Geschichte der Ballonfahrt zu sagen gibt.

Wir haben uns auch auf die Höhe vorbereitet, indem wir nochmal den 75 Meter hohen Aussichtsturm im Europa-Park genutzt haben, den Euro-Tower. 
Okay, ich gebe zu, auf die Höhe des Heißluftballons kannst du dich nicht vorbereiten, eigentlich wollten wir auch nur gucken, ob schon aufgebaut wird.
 
Da von den Ballons nichts zu sehen war, haben wir euch ein paar Bilder zusammengestellt. Der BND, früher Ionosphäreninstitut, das noch gähnend leere Camp-Resort (wobei: stehen da nicht schon die Erdferkel-Fahrzeuge auf dem Campingplatz?!), zwei der noch fünf Hotels, die Eurosat und die Baustelle des neuen wasserparks. Merkt euch die mal als Höhenvergleich.






Fun Fact am Rande: Es gab eine Zeit, da hatte ich auf dem Euro-Tower panische Höhenangst.

Aber schauen wir uns das im Detail an: Die Vorbereitungen zur Ballonfahrt

 


Wir hatten die Abendfahrt um 18 Uhr gebucht, Treffpunkt sollte um 17:15 Uhr sein.
Es wurden auch Fahrten für den Morgen verkauft, aber 6 Uhr fanden wir doch sehr früh, deshalb lieber die Abendfahrt. So früh am Morgen bin ich noch zu müde, um mich mit Angst auseinanderzusetzen. Und wir beide zu müde zum Arbeiten - und arbeiten müssen wir ja.

Treffpunkt war am Camp-Resort des Europa-Park, wo Parkplätze als Startorte fungieren sollten, von denen wir noch nie gehört haben. Wir haben usn die am nächsten Tag mal in Ruhe auf einem knapp 1,8 km langen Spaziergang vom Parkplatz rund ums Camp-Resort zum Haupteingang angesehen.

Merkt Euch den grünen Ballon, der sich hier noch im Anhänger versteckt. Er und seine Erdferkel haben unser Erlebnis maßgeblich beeinflusst - nein, das ist nicht unser Heiluftballon.

Am Treffpunkt wurden vom Europa-Park Schilder ausgehändigt, mit denen einen die Erdferkel finden konnten, um uns zum Ballon zu bringen. Das Bild habt Ihr ja oben schon gesehen.
Oh, ich habe noch gar nicht erklärt, was Erdferkel sind. Erdferkel nennt man die fleißigen Helfer am Boden, die mit Verfolgerfahrzeug und Anhänger unterwegs sind und Pilot und Passagieren nach der Landung beim Einpacken und Verstauen von Ballon, Korb und sonstigem Equipment helfen. Auch ist es ihre Aufgabe, Passagiere heil zum Ballon und zurück zum vereinbarten Treffpunkt oder Startplatz zu bringen. 

Unsere Startwiese, auch bekannt als Parkplatz 8. Ach ja: Merkt euch das Schild.
 Wie, Ihr seid gerade daran hängen geblieben, dass die Passagiere mitarbeiten müssen? Ja, was glaubt Ihr denn, so ein Ballon stellt sich nicht von alleine auf und klettert später auch nicht einfach zurück in den Hänger, da muss jeder helfen!

So eine Ballonhülle wird nicht von alleine zum Heißluftballon

Die fängt schließlich mal in Anhänger-tauglicher Größe an! Ach, und ehe ihr fragt: Ja, Andreas will auch so eine Raupe - und wenn es nur ist, um im Garten herunzufahren.
Und da sind Ballon und Korb schon ausm Anhänger und teils offen
Leider hat uns keiner gefragt, ob wir auch in der Hülle rumlaufen wollen. Zum Größenvergleich: Stefan ist ungefähr so groß und breit wie Andreas.

Und, wie gesagt, das war auch ganz gut so. Das lenkt von der Angst ab.
Ehe wir irgendwas tun durften, mussten wir aber unterschreiben, dass wir gesund und selbst verantwortlich sind, keine Gefahr für Ballon und Mitfahrer darstellen und uns der Risiken, die es immer gibt, bewusst sind. Auch gab es eine schnelle Einweisung zur Sicherheit im Korb.
Dann mussten wir erstmal zugucken.

Aber endlich durften wir helfen:
Seile halten, damit die sortiert werden können

Und die Hülle offen halten, und zwar mit ganz schön Kraft, während die Windmaschine ihre Arbeit mit mindestens genauso viel Power verrichtet und natürlich gegen einen arbeiten will
Wenn die Ballonhülle gerade liegt und aufgeblasen ist, wird es heiß. Und laut!






Unser Pilot, Stefan, stemmte den Korb dann mit eigener Kraft und Unterstützung des Windes hoch, kontrollierte …

und hatte es plötzlich eilig, dass wir einsteigen. Auch wollte er seine Startgenehmigung, obwohl eigentlich alle Heißluftballone zusammen abheben sollten und viele andere noch nicht so weit waren.
Ich dachte ja erst, dass es ihm um seinen Ärger über andere Piloten ging, die zum Beispiel den Ballon aufgerichtet hatten, ehe er komplett mit Luft gefüllt war. Ihr erinnert euch an den grünen vom Parkplatz? Genau der war das. Er wird noch öfter vorbei kommen.

Das fand ich schon verwunderlich, dass sich Stefan so aufregt, aber wir haben nach der Landung erfahren … nun, dazu kommen wir später.

Jedenfalls: Einsteigen bitte!

 

Das war bei weitem nicht so schwer wie ich dachte, einfach einen Schritt nach oben ins Loch im Korb machen, das andere Bein über die Brüstung vom Korb ziehen. In meinem Fall (klein und nicht ganz so sportlich) hinsetzen und "fallen" lassen

Bild vom Aussteigen, da hatten wir mehr Zeit für sowas
Sogar ich hab das ganz ohne Hilfe geschafft.

Andreas musste aufpassen, nicht mit dem Kopf an den Brenner zu stoßen, hatte ansonsten aber keine Probleme beim Ein- und Aussteigen. 

Es geht los

 


Erst wurde uns die Startgenehmigung verwehrt, weil ja eben alle zusammen abheben sollten. Aber nach einigen wenigen Horror-Sekunden durften wir dann doch.

Was passiert ist, wollt Ihr wissen?

Nun, eine Windböe erreichte unseren Startplatz und ehe wir uns versahen, lag der Ballon fast auf der Seite. Andreas hat dann auch schnell verstanden, warum man sich beim Start mit Blick aus dem Korb und beiden Händen an den Halteschlaufen festhalten soll – und zwar gut festhalten, nicht mit Blick zum Piloten. Und meine Hüfte auch, in die ist er nämlich schmerzhaft gefallen.

Stefan und auch sein Sohn Daniel hatten in dem Moment einiges zu tun, konnten aber noch die Erdferkel anbrüllen, dass sie die Autotür schließen sollen. Der Ballon war nämlich am Auto eingehakt, um nicht vorschnell abzuheben. Eine Kollision mit der spitzen Tür hätte unangenehme Folgen für die Ballonhülle... 


Mittlerweile verstehe ich auch, warum Stefan die freundlichen Menschen des Nachbarteams und seine Frau anbrüllte, dass sie vom Korb weg sollen, als die uns stabilisieren wollten. So ein Heißluftballon hat eine Masse von 3,5 bis 4 Tonnen, den kannst du nicht stabilisieren, wenn er mal in Bewegung ist. Die freundlichen Helfer haben nur sich gefährdet und Stefan die Arbeit erschwert, denn mit ihnen im Weg konnte er sich nicht mehr nur auf den Ballon konzentrieren, sondern musste auch noch aufpassen, niemanden zu verletzen. Als einzig sinnvolle Stabilisierung und Ankerung des Korbs am Boden dient das Auto!

Aber immerhin waren es die freundlichen Helfer, die mir zuriefen, dass alles in Ordnung ist, dass das so sein darf. Das hat mich beruhigt, in dem Moment war ich nämlich sehr eingeschüchtert.

Ihr seht den Korb vom grün-weißen Ballon? Nun, SO hätten wir uns auch noch halten können, wir lagen steiler.
Kaum wieder aufgerichtet, kippten wir nach hinten. Der Ballonkorb (übrigens der mit dem zu früh aufgestellten Korb, Ihr habt euch den ja längst gemerkt) steht im Vergleich zu uns noch gerade. Ich hatte wirklich Mühe, mich im Korb festzuhalten, gegen den Winkel zu stemmen und irgendwie halbwegs im Stehen zu halten, und dachte schon, dass nun alles zu spät ist. Sogar Andreas wusste nicht mehr, wie ihm geschieht. Aber immerhin stand er nun stabil genug, ohne die Windböe vorher wäre er wohl ausm Korb gepurzelt.

Plötzlich ging dann alles ganz schnell, unsere Startgenehmigung kam und Stefan heizte voll durch, um so schnell wie möglich hoch und von der gefährlichen Böe weg zu kommen.

Und wir? Ich zumindest war so erleichtert, dass dieses Gerüttel zu Ende ist, dass ich einfach nur froh war, als wir abhoben. Und das ging wirklich schnell, ehe ich mich versah, waren wir höher als die Silver Star, die ich mir als Fixpunkt gewählt hatte.

Ja, ich dachte mir: Auf der Silver Star hatte ich nie Höhenangst, also sollte es mir im Ballon gut gehen, wenn wir höher sind.Stefan stieg mit uns auf über 1000 Meter.





Gefährlich? Nun, mindestens zwei Ballonhüllen hat die Böe so übel rumgerissen, dass sie auf anderen oder eigenen Anhängern und Wagen oder in einem Straßenschild landeten und aufgerissen wurden. Plopsa und die Flasche und ihre Passagiere durften von unten zugucken, wie alle anderen die Fahrten genossen …

Der euch vertraute grün-weiße Ballon, die Flasche und Plopsa - keine gute Kombination

Plopsa hat sich wohl am eigenen Hänger aufgeschlitzt

Die Flasche am Landrover und dem Parkplatz-Schild
Nur der grün-weiße Ballon konnte starten, das Loch in der Flasche ist gut zu sehen.

Platt wie zwei Flundern - aber was macht Plopsa auch im Europa-Park. ;-)

Ich kann sagen, dass dieser Horrorstart genau das war, was ich brauchte, um ganz, ganz schnell keine Angst zu haben und einfach nur zu genießen.

Und das taten wir:

Die Fahrt - einfach himmlisch ;-)


Der Startpunkt war gut gewählt, denn wir hatten mit dem Europa-Park gleich was zu staunen und zu sehen. Der nach 18 Uhr, Parkschluss, noch gut volle Parkplatz, die Zufahrtsstraße mit den langsam abfahrenden Autos, die Baustelle für Rulantica und Krønasår und natürlich die Attraktionen. Etwas überrascht war ich, dass Fixpunkte am Boden wie die Silver Star, die Solarpaneele am Parkplatz und die Blue Fire von dort oben gar nicht mehr so groß sind.

Rulantica und Krønasår

Die Eurosat als markantester Fixpunkt da unten

Auch ein Luftschiff war dabei

Andere Ballone trug es direkt über den Park, wir hatten seitlich die wohl bessere Sicht

Die Verfolger ließen wir dank guter Wundgeschwindigkeit schnell hinter uns

Vielleicht wäre es interessant gewesen, den Ballonfestival erst zu machen, wenn die Baustelle für die Euro-Sat beginnt, sprich die Kugel geöffnet ist? Traurig-schöne Abschiedsbilder bietet diese Höhe allemal. Wir werden Euro-Sat wiedersehen, im Oktober, aber melancholisch macht das schon.


Es war witzig, die anderen Ballone zu beobachten, zum Beispiel fielen uns Nivea und das Stuttgarter Hofbräu damit auf, dass sie nie sonderlich hoch stiegen. Ich schätze, über 200 Meter waren sie nie. Das finde ich ziemlich schade, uns beiden hätte ohne die Fahrt auf über 1000 Metern was gefehlt, gerade die bietet doch grandiose Aussichten.




Bilder sagen aber mehr als alles, das ich formulieren könnte, deshalb lasse ich euch mit Impressionen von unserer Fahrt vom Europa-Park über die Autobahn, die idyllische Landschaft, von der wir bisher gar nicht wussten, dass sie rund um den Europa-Park existiert, über den Golfclub und bis nach Bleichheim weitestgehend alleine. Die weiße Linie zeigt unsere Fahrtstrecke.
Denkt dran: wenn Ihr das Bild anklickt wird es größer.


Sicher werdet Ihr das nicht so genießen, wie wir es taten, es fehlt das Gefühl von Freiheit, Stille (nur unterbrochen vom Brenner), Schwerlosigkeit und Glück. Das kann man aber nur erleben, wenn man selbst im Heißluftballon steht.






Die anderen Ballone kamen, auch wegen der die Arbeit teils zunichte machenden, Windböe nicht so schnell weg.
Mir war gar nicht bewusst, dass der Europa-Park so stark in den Ort eingebettet ist.
 






Übrigens: Erdferkel haben es gar nicht so leicht. Gerade in einer Landschaft wie um den Europa-Park ist es eine Herausforderung, immer den Ballon im Blick zu halten. Das führte dazu, dass Erdferkel zu ihren Piloten funkten und um Positionsangabe in Relation zum grün-weißen Ballon baten. Ach wie gut, dass der trotz zu frühem Aufstellen, trotz Flaschen-mordendem Transporter und trotz Windböe starten konnte. Der grün-weiße Kompass und sein Mörder-Landrover ;)


Die Landung

Als Stefan nach einer halben Stunde sagte, dass die Windgeschwindigkeit deutlich nachgelassen hat und wir deshalb landen müssten, dachten wir brav an unsere Einweisung und verstauten Kamera und sonstige losen Gegenstände. Dabei fiel Andreas das Bajonett auf - kannte er bisher eher als Aufsatz für Waffen und er hätte nicht damit gerechnet, es ausgerechnet im Heißluftballon zum ersten Mal live zu sehen.

Nächstes Mal wissen wir, dass es nach dieser Ansage des Piloten noch 45 Minuten dauern kann, bis der einen Landeplatz gefunden hat, der ihm gefällt. Und machen so lange noch Bilder aus geringerer Höhe. Dieses Mal sind es leider nur wenige, vom Golfplatz (der auch zum Park gehört) und Feldern.













Warum Stefan die Landemöglichkeiten nicht gefielen?
Felder, Weinbau, Pferdekoppeln (die Pferde hat er versucht zu beruhigen, indem er gewiehert hat, das fand ich lustig) und den Golfplatz hielt er wohl für nicht so landetauglich.
Und auch bei der Suche nach einem Landeplatz fiel uns wieder auf, dass Stefan immer die anderen Ballone im Blick behielt. Wir hätten auf einem Fußballfeld landen können, aber Stefan sagte, dass die anderen Piloten ähnliche Probleme haben und ließ solche einfachen Möglichkeiten aus.
Da von unseren Verfolgern irgendwann keiner mehr zu sehen war, schätze ich, dass die sich tatsächlich über diese Möglichkeiten gefreut haben. 


Wir waren nach unseren Internetrecherchen darauf vorbereitet, dass die Landung ruppig werden dürfte und der Ballon kippt. Aber außer dass wir drei Mal sanft gedopst sind, war die Landung in einer Wiese ausgesprochen sanft.
Unsere Beobachter hatten sich auch schon eingefunden, mindestens sechs Kinder standen mit Eltern am Wegrand und amüsierten sich köstlich, als Andreas und Daniel den Korb gezogen haben.

Den Korb gezogen? Ja, seht selbst:




Um Andreas zu zitieren: „Ich hätte nicht gedacht, dass das so leicht geht, mehr als 10 kg Zugkraft brauchten wir nicht.“, was vermutlich daran lag, dass Stefan und ich nochmal vom Boden abhoben.

Unser endgültiger Landeplatz sah dann so aus - und lag idyllisch auf einem Feld bei Bleichheim.







Nach der Landung wird gearbeitet ...


ein letztes Mal Feuer in die Hülle blasen
 Wie ich schon geschrieben habe, verstaut sich so ein Heißluftballon nicht von alleine. Pilot, Passagiere und Erdferkel – und in unserem Fall die Kinder – müssen dabei helfen
Die Hülle muss schön lange gelegt und

entlüftet in den Transportsack geräumt werden
auch im Korb wird aufgeräumt
und dann alles in den Anhänger verstaut

… und recherchiert



Bei den Recherchen zu unserem Ballonteam haben wir einige interessante Informationen gewonnen:
- Das Team ist ein Familienunternehmen, wir hatten mit Vater, Mutter, Sohn und seiner Freundin zu tun, Daniel die vierte Ballonfahrer-Generation
- Gefahren sind sie aber einen Heißluftballon eines Freundes, weil sie keine so tolle Ausrüstung haben, alles per Hand zu machen dauert deutlich länger
- Daniel hat mit 19 seine Lizenz bekommen und war damit der jüngste Ballonpilot im Südwesten Deutschlands – laut Familie wurde er aber nicht genötigt, in die Fußstapfen zu treten, weil das bei Ausbildungskosten von gut 5000 Euro rausgeschmissenes Geld wäre, wenn die Motivation fehlt
- Nun, zur Motivation nur so viel: Daniel hat seine Abi-Arbeit im Sport-LK über das Ballonfahren geschrieben
- Stefan wiederum kann auf mittlerweile 50 Jahre im Ballon und 1000 Fahrten mit Passagieren zurückblicken – zwei unvorstellbare Jubiläen
- Wenn er nicht gerade selbst fährt, engagiert er sich als Ausbilder für Heißluft- und Gasballone, sitzt im Prüfungsrat und erstellt Gutachten über Startplätze und ihre Eignung
Da wundert es denn auch nicht mehr, dass sich Stefan so viele Gedanken über die Aufbau-Schwierigkeiten bei anderen Teams machte und er, wohl für die Nachfolgenden, Landeplätze ausließ! ;-)

Die Erstfahrer gehören nun zum Adel


Nach getaner Arbeit erklärte uns Stefan kurz die Geschichte des Heißluftballons, wie er von den Gebrüdern Montgolfier erfunden und von drei Tieren getestet wurde, ehe der französische Adel fahren wollte. Die Legende will es, dass dies als zu gefährlich galt und zunächst Verbrecher Testpersonen sein sollten, was zu einem Aufruhr unter den Adeligen sorgte. Sich hoch in die Lüfte erheben ist schließlich ein Privileg, das dem Adel vorbehalten sein muss.
Die Legende erzählt, dass die Lösung auf der Hand lag: Der Ballonadel wurde geschaffen.

Bis heute wird jeder, der zum ersten Mal in einem Heißluftballon gefahren ist, mit einer ordentlichen Taufe in den Adelsstand erhoben. Getauft wird mit dem Feuer, das uns in der Luft hält, und dem Sekt, der uns (okay, mir nicht) das Leben auf der Erde versüßt.
Ja, es läuft so, wie es klingt: Der Pilot zündet dem Täufling die Haare an und löscht sie dann mit Sekt. Eine Sektdusche hatten wir auch noch nie und ich kann in Zukunft gerne darauf verzichten, man riecht etwas … alkoholisch. ;-)





Eine Urkunde gibt‘s natürlich auch noch.



Und nun erheben Sie sich für die Schlussworte bitte hochachtungsvoll vor

Gräfin Tanja, mutige Himmelsfee mit Blick auf den Europa-Park
und Raubritter Andreas, unerschrockener Himmelspilot über Rust


 

Die Zukunft – Ihr habt es schon gelesen: es war nicht unser letztes Mal


Wir haben die Fahrt sooo genossen, es war ein wunderschönes Erlebnis.
Als erstes habe ich mich von der Diagnose „Höhenangst“ verabschiedet.

Wenn Ihr mich zwingen würdet, mein Leben lang nur noch entweder Freizeitparks zu besuchen oder in Urlaub zu fahren oder mit einem Heißluftballon die Freiheit im Himmel zu erleben … nun, Ihr kennt die Antwort nach diesem Bericht wohl schon.
Und ja, Andreas geht es genauso. Das war einfach … unbeschreiblich, auch wenn ich auf Fotos immer etwas doof gucke. ;-)




Und das führt Andreas und mich zu den folgenden Entschlüssen:
1. Wir beide wünschen uns zum Geburtstag, zu Weihnachten und sonstigem nur noch Geld, denn wir haben das gemeinsame Hobby „Deutschland von oben“ begründet. Wir wollen uns weitere Ballonfahrten leisten, wir wollen das öfter erleben.
2. Es gibt einen Ballon-Verein in der Region, der fleißige Erdferkel sucht. Da haben wir uns jetzt mal sozusagen beworben, denn wenn man dort Mitglied ist bekommt man für vier Verfolgungen eine kostenlose Fahrt. Wenn das mal nicht ein Angebot ist, das wir gerne annehmen, um die 400 Euro, die so eine Fahrt sonst im Selbstkostenpreis erfordert, zu finanzieren.
Am Donnerstag, 21.9. helfen wir beim Ballonglühen in Heiligenkreuzsteinach.

Ja, mal schauen, was die Zukunft bringt, uns ganz sicher hoch in die Luft und weit nach oben.



Der erste Tag nach unserer Erhebung in den Adelsstand begann mit neidischen Blicken auf die später gestartete Morgenfahrt - um 7 Uhr Treffen hätten wir auch geschafft... nächstes Mal.

einer enttäuschenden Fahrt zum samstags geschlossenen Fabrikverkauf - dafür war die Fahrt zurück zum Park schön, die Strecke hatten wir am Vorabend mit unseren Erderkeln entdeckt


und einem Spaziergang ums Camp Resort des Europa-Park, wir wollten doch mal sehen, ob es Spuren von unserem Start (und dem am nächsten Morgen) gab. Gesehen haben wir vor allem, wie groß das Camp Resort ist – und wie viele Parkplätze der Europa-Park hat, von denen wir bisher nichts wussten. Allerdings auch, dass das Gras beim Füllen doch unter der Hitze des Brenners leidet.





Paragleiter sind schön anzusehen, aber auch verdammt laut!



Dann noch Milka-Rallye mitgemacht, bei mehreren Spielen Schokolade verdient, und im Regen nach Hause gefahren.









Danke nochmal an alle, die unsere erste Ballonfahrt als mein 

Geburtstagsgeschenk möglich gemacht haben!

Es war einfach wunderschön!