Andreas setzte sich heute ins Murphys Law, weil ich wegen Erkältung nicht ganz fit war und spät kommen wollte. Gerade als ich mich auf den Weg machen wollte, rief er an, ich bräuchte nicht kommen.
Wir seien disqualifiziert.
Elena habe das ihm gegenüber mit Blogposts und unserem Spiel letzte Woche begründet.
Hä? Andreas wusste nichts genaueres, seltsam.
Ich habe dann im Murphys Law angerufen und mit Elena telefoniert.
Immerhin nett, dass sie mir Auskunft gab. Sie hat sogar 20 min mit mir telefoniert.
Sie sei heut extra früher gekommen, um uns das in Ruhe zu erklären.
Und uns hinauszukomplimenieren, solange es noch leer ist ...
Sie hat mir dann ausführlich Gründe genannt:
1. Wir würden unerlaubterweise die gestellten Fragen bloggen.
2. Wir hätten letzte Woche gewonnen. Und gleichzeitig verloren, um auch in dieser Woche wieder gewinnen zu können. Das sei Betrug.
3. Uns würde zudem die Aussage "Der Quizmaster hat immer Recht" nichts sagen und es gehe nicht, dass wir Aussagen und Lösungen des Quizmasters anzweifeln.
Okay, das sind, wenn man das so betrachtet, drei Punkte, die ich aus Sicht des Pubbesitzers akzeptabel finde und die mich auch ankotzen würden. Eigentlich.
Schaut man jetzt aber mal genauer hin, so fallen Unstimmigkeiten auf:
1. Es ist mindestens seit Mitte November bekannt, dass wir einen Blog schreiben. Zu diesem Zeitpunkt habe ich Elena davon erzählt. Und auch der Chef wusste Bescheid, sprach uns ja mal auf das Mitschreiben und den Computer an, mit dem wir die Lösungen nach Abgabe des Blattes nachsehen.
Gehen wir bei dieser Sache mal ins Recht, so fällt uns doch sofort auf, dass hier konkludentes Handeln vorliegt. Heißt auf Deutsch: Aufgrund des ausgebliebenen Hinweises darauf, dass das Mitschreiben und Posten der Fragen nicht erwünscht ist, aufgrund der Tatsache dass das im Gegenteil nie zur Sprache kam und man trotz Wissens darüber nichts dazu sagte, durften wir in Treu und Glauben davon ausgehen, dass das niemanden stört.
Sonst hätte man ja was sagen können .... und müssen. Dann hätten wir das selbstverständlich gelassen.
2. Davon abgesehen, dass Andreas und Sebi zusammen spielten und ich auf dem anderen Blatt, das verloren hat, gibt es hierzu mehrere Punkte:
2.1 Wir haben das im November schon mal gemacht. Damals sagte uns Vera, dass es für sie okay sei, wenn man ein interessantes Thema habe, dafür zu verlieren.
2.2 Auch die Captilastic Dildos haben sowas schon mal gemacht, als sie das Korsika-Thema wollten. Auch da hat Vera nichts dagegen gesagt.
2.3 Ich habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt und Vera mitgeteilt, dass ich verlieren werde. Wenn das plötzlich nicht mehr in Ordnung sein soll, warum sagt man mir das nicht, wenn ich das Blatt abgebe? Dann hätte ich sagen können, dass das schade ist, ich das aber akzeptieren kann ... und hätte ich das Blatt zerrissen und bei Andreas und Sebi mitgespielt.
3. Da bin ich anderer Meinung: Wenn der Quizmaster einen Fehler macht, dann sollte er auch offen für Kritik sein. Zumal wir nicht die Einzigen waren, die kritisiert haben.
Okay, klar, der Ton ist auch wichtig ... und der war bei mir Zicke manchmal vielleicht etwas rauh. Aber dann sagt man, dass einen das stört. - Und es ist jetzt nicht so, dass das jemand gemacht hätte ...
Dazu kommt, dass wir unsere Gewinne immer im Pub verteilt haben, weil wir keinen Alkohol trinken, man uns also nicht mal vorwerfen kann, dass wir es auf die Preise abgesehen hätten.
Ja, klar, wir sind meistens sehr gut dabei. Aber die Preise waren uns noch nie wichtig.
Aber wir haben den Großteil der, am häufigsten gewonnenen, Shots verschenkt, sodass man uns eigentlich nicht mal das vorwerfen konnte.
Irgendwie ist das alles komisch.
Da werden Argumente vorgebracht für eine Disqualifikation, die man alle hätte besprechen müssen anstatt einfach etwas zu beschließen.
Da wird nicht mit den Kunden, die ja immerhin bei regelmäßigen Besuchen mit Essen und Getränken auch einiges an Geld einbringen, gesprochen, sondern man setzt sie einfach vor die Tür.
Da gelten urplötzlich und unangekündigt Regeln, gegen die man verstoßen habe.
Hätte man uns über die Regeln informiert, die für uns plötzlich gelten, für alle Anderen aber irgendwie nicht, und wir hätten gegen diese verstoßen ... okay, dann hätte man uns etwas vorwerfen können.
Aber so? Unangekündigt? Ohne Vorwarnung?
Ich weiß nicht, ich frage mich nach Hintergründen ... und wo die "Gemeinschaftspraxis" hin ist ...
Wir sollen anrufen und mit dem Chef sprechen nach Silvester.
Zumal Elenas Aussage am Telefon sehr eindeutig unsere Verschwörungstheorie stützt: Mit Sonderregeln für uns könnten wir wohl weiterspielen. Also außer Konkurrenz, damit wir nicht mehr das beste Team sind oder wie?! Nee, nicht mit mir, ich lasse mich nicht verarschen.
Hmmmm ....
Jetzt werd ich erst mal wieder gesund, dann sehen wir weiter.