Montag, 1. Juli 2013

Review: Olympus has fallen


Schon der erste Trailer zu Olympus has fallen sah nach heißem Actionfilm in 80er-Jahre-Manier aus, also interessierten wir uns sehr für den Blockbuster. Diskussionen kamen auf, weil es Olympus has fallen nur in der Synchro gab und die Bewertungen bei imdb wenig ansprechend waren. Aber wir entschieden uns, uns nach den Actionenttäuschungen dieses Jahres ein eigenes Bild zu machen. Und das hat sich wirklich gelohn, so viel sei schon verraten.

Die Story
Nach einem schweren Unfall, bei dem die First Lady ums Leben kam, wird der ehemalige Vertraute des Präsidenten und sein wichtigster Mitarbeiter im Secret Service zum Schreibtischdienst in die Finanzbehörde Mike Banning versetzt. Sein Interesse am Secret Service und der Weltpolitik verliert er jedoch nie. So kommt es, dass er nach 18 Monaten noch immer zu den Menschen gehört, die sich am besten im Weißen Haus auskennen. Und das ist gut so, denn als der Präsident und einige seiner Minister im Weißen Haus als Geiseln genommen werden ist es plötzlich Bannings Job, den amerikanischen Präsidenten zu retten, denn alle anderen Sicherheitsbeauftragten sind gefallen.
In typischer 80-er-Jahre-Tradition ist Banning also vor allen Dingen zur falschen Zeit am falschen Ort und plumpst so in eine lebensbedrohliche, actionhaltige und nervenausreibende Aufgabe.

Fakten
Offizieller Filmstart in Deutschland: 13. Juni 2013
Filmdauer: 120 min
Regisseur: Antoine Fuqua
Darsteller: Gerard Butler, Aaron Eckhart, Morgan Freeman u.v.m.

Positivpunkte
- Obwohl der Film wirklich sehenswert ist, fange ich mit den Pluspunkten an, denn es gibt eine große Reihe an Fehlern und Kritikpunkten -
1. Beide Hauptrollen glänzen mit sehr guter Darstellung, v.a. Gerard Butler überzeugt mit seinen Stunts, die er nach einem langen Training bei den Seals selbst durchgeführt hat. Eine klasse Leistung!
2. Der Film hat an vielen Stellen - und das finde ich für einen Actionknaller sehr bemerkenswert - gute, mitreißende Dialoge und ernsthafte, nachdenkliche Momente. Auch die Gefühle kommen nicht zu kurz, beispielsweise in den Szenen um den Sohn.
3. Die Kameraführung hat, gemeinsam mit der Grafikabteilung, einige richtig starke Szenen produziert. So fällt kurz nach der Eroberung des Weißen Hauses langsam und vor einem Sonnenuntergang die US-Fahne zu Boden und gefällt mir das Ende sehr.
4. Was Militärinteressierten gefallen wird (Andreas saß häufig begeistert aufseufzend da) sind die vielen Nahaufnahmen neuester Waffen, Drohnen und Helikopter.
5. Diese wurden zwar, wie auch einige Action- und Einsturzszenen, teilweise mit CGI gemacht - natürlich - sind aber sehr gut geworden. Nur an wenigen Stellen fiel die Computergrafik negativ auf.
6. Es ist ein typischer One-Man-Army-Film, wie sie in den 80ern glänzten. Nicht die überragendste, ansprechendste Story, aber genau das, was Die Hard früher auszeichnete: Knallharte Action, Spannung von der ersten bis zur letzten Minute (Toilettengang zwischendrin? Keine Zeit und zu viel Adrenalin!) und an einigen Stellen Mitfiebern der Zuschauer mit einem ahnungslosen Protagonisten.

Kritikpunkte 
1. 
1. HANDKAMERA!!!!
Ich glaube, ich muss dazu nicht mehr viel sagen, ich/wir hassen Handkamera, weil sie immer wieder die Actionszenen unverständlich und unübersichtlich macht. Okay, in Olympus has fallen wurde sie vergleichsweise wenig genutzt, aber wenig ist immer noch zu viel. Sie ist auch schuld daran, dass ich den Unfall, mit dem der ganze Film angefangen hat, nicht kapiert habe. Schade.
2. Einige böse Fehler und zu starke Vorhersehbarkeiten (das Geschehen um Connor). 
Ja, ich weiß, dass Actionfilme keinen Anspruch auf Bildung oder auch nur Korrektheit erheben und das noch nie taten, daher sehe ich gerne über die nach 18 Monaten noch immer gleichen Codes und die Clearance für Banning hinweg. Einige Fehler mussten sicherlich sein, um den Plot voranzutreiben (die falsche Zündung und Gefahr der Atomwaffen), wären aber wohl auch vermeidbar gewesen. Gut, sie machen nicht jedem Kopfschmerzen - Andreas schon, aber ... naja, Actoonthriller halt.
3. Einen Fehler muss ich einfach als Extrapunkt betonen, weil er selbst mir (gut, ich kenne auch Num3rs in- und auswendig) wehtat: Wieso sollte bitte ein Entsperrcode einfacher sein als drei unabhängige Codes, wieso sind die Codes so leicht aufgebaut, dass sie leicht zu knacken sind und warum bitte weiß der US-Präsident - ACHTUNG SPOILER - nicht, dass zwei Codes reichen?! Und wieso wird der Junge gesucht, wenn die Terroristen wissen, dass zwei Codes reichen?!
4. Andreas störten die Schlussszenen, denn wieso hat der Präsident keine Sanitäter, sondern braucht einen normalen Krankenwagen und wieso kommen die nicht ins Weiße Haus? Ich fand das jetzt weniger dramatisch, aber da's Andreas gestört hat, wird der Punkt mit aufgenommen.
5.  Der US-Präsident hat sich doch sehr weich gezeigt. Ich weiß nicht, wie ein echter Präsident handeln würde und müsste, ob er vielleicht mehr Informationen hätte, aber das war zu wenig für den wichtigsten Mann der Welt. Dazu kommt, dass Aaron Eckhart seine Rolle zwar sehr gut und überzeugend ausgefüllt hat, er für mich aber kein US-Präsident ist. Dafür ist er zu muskulös und attraktiv, das passt nicht. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich ihn in gänzlich anderen Rollen kennengelernt habe, in einem meiner Lieblingsfilme ist er ein romantischer Koch ...
6. Ein Logikproblem: Als ob Geheimdienste nicht wüssten, wer für Präsidenten arbeitet und wie vertrauenswürdig diese Person ist! Übrigens wäre das alles mit Prism kein Thema mehr, aber so aktuell ist selbst Hollywood nicht ;-)

Fazit
Ich bin ja eigentlich nicht so der Actionfilm-Seher. Mit James Bond (außer Skyfall) kannst Du mich jagen, Blockbuster finden selten mein Interesse und ich vermisse immer Story und emotionale Momente. Olympus has fallen schaffte aber etwas ganz seltenes, trotz deutscher Fassung, und katapultierte sich in die Liste meiner Actionfavourites. Da gehören beispielsweise Con Air, The Rock, 96 Hours (Taken 1), R.E.D. und n paar andere, ähnliche Filme dazu, es ist also eine sehr exklusive Liste.
Olympus has fallen hat mich von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt und begeistert und gehört unzweifelhaft zu den besten (wenn nicht sogar DER beste) Actionthrillern, die ich die letzten Jahre gesehen habe. 

Von mir gibt es eine 9.

Es ergibt sich folgende Bewertung der dieses Jahr gesehenen Filme: 
12.  0Dark 30 0 
11. The Impossible 2 
10. The Sessions 3 
9. Fast and Furious 6 4
  8. Lincoln 4
7. Die Hard 5 5 
6. Frankenweenie 6 
5. Silver Linings Playbook 6,5 
  4. Django 7
3. Iron Man 3 7 (war insgesamt ansprechender als Django)
2. Argo 7,5
 
1.. Les Misérables 9
Monsters University 9
und Olympus has fallen 9 
- ich kann mich derzeit noch nicht auf Platz 1 festlegen, aber das sind auch drei völlig andere Genres -