Nerf legt mit der 2-in-1 Demolition
einen Fly Wheel Blaster vor, der sich im Prinzip kaum von den anderen
Halbautomatik-Nerfs unterscheidet. Das Besondere am Demolisher und
sein Alleinstellungsmerkmal unter der mittlerweile sehr großen
markeninternen Konkurrenz ist der Raketenwerfer. Mit dem
einschüssigen Raketenwerfer kann der nerfverrückte Geek entweder
gleichzeitig zu in Werksform bis zu zehn Dart Tags und eine Rakete
(mit Nachladen zwei Raketen), nur die Raketen oder nur die Pfeile auf
seine Ziele los lassen. Spaß und Coolness sind mit dem 2-in-1
Demolisher also schon aufgrund der Funktionsweise garantiert.
Allerdings muss ich darauf hinweisen, dass Hasbro auch hier die
Reichweite wohl mit Rückwind erprobte, auf 27 m komme ich bei Weitem
nicht. 10 - 15 m sind unter normalen Umständen deutlich
realistischer.
Es gibt aber noch weitere Pluspunkte:
* Der Blaster wurde sehr robust
gearbeitet. Typisch Nerf gibt es keine offensichtlichen
Sollbruchstellen, keine scharfen Kanten, keine zu geringe Stabilität.
Wie immer weiß die Qualität zu überzeugen.
* Das Design ist (bis auf die Farbe)
sehr cool, insbesondere das gebogene Magazin gefällt uns sehr gut,
weil es stylish ist.
* Die Haptik des Demolishers ist gut,
Abrutschen kaum möglich.
* Auch die Aufbewahrung der
Zusatzrakete am Schulterbügel ist lobenswert, denn so ist diese
schnell erreichbar und Gegner wissen schnell, mit welch
"gefährlichem" Schützen sie es zu tun haben.
* Zum Dart Blaster selbst muss ich
wenig sagen, er funktioniert so gut und zuverlässig wie jede Fly
Wheel und macht einfach Spaß. Die Automatik ist sehr leise, aber
auch das ist typisch für die Kollektion.
* Die zehn mitgelieferten Darts der
Elite Stream Line kommen im üblichen Magazin, beide
selbstverständlich in top Qualität.
* Das Besondere an diesem Blaster ist
der coole Raketenwerfer. Er ist recht einfach gebaut, funktioniert
aber soweit gut und zuverlässig, wenngleich er ein sehr gutes Gefühl
für die eingesetzte Kraft verlangt. Zu weiterem bitte unter Kritik
nachsehen.
* Die neu entworfenen Raketen gefallen
uns sehr gut, ihr Design ist für Spielwaren recht authentisch, durch
Farbe und Material aber weit genug von echten Raketen weg, um nicht
zwingend unter Kriegsspielzeug zu fallen.
* Betonen will ich die ausgesprochen
hohe Qualität der Raketen, die aus deutlich dickerem Material
gefertigt wurden als die Darts, was ihre Flugbahn auch bei Abwurf per
Hand stabiler und die Raketen an sich robuster macht.
Explizit möchte ich mich noch zu einem
häufigen Kritikpunkt meiner Vorrezensenten äußern. Kritisiert
wird, dass die Klappe zur Beseitigung von Ladehemmungen komplett
geschlossen und das Magazin komplett eingerastet sein müssen, damit
die Waffe funktioniert.
That's not a bug, that's a feature!
Hasbro denkt bei den halb automatischen
Nerfs an die Sicherheit der Nutzer. Und die ist nur gewährleistet,
wenn niemand während des laufenden Betriebs über Magazinschacht
oder Ladekappe in sich drehende Teile langen kann. Daher wird bei
allen Fly Wheels explizit auf die Notwendigkeit des korrekten
Einrastens hingewiesen. Übrigens ist aus ähnlichen Gründen auch
das Batteriefach gesichert und nur mit Schraubendreher zu öffnen.
Ich bin froh, dass Hasbro diese Sicherheitsmaßnahme einbaut, denn
ich kann mir gut allzu neugierige Kids und Jungen/Männer vorstellen,
die da rein greifen, will aber nicht an die Folgen denken.
Die Waffe hat unserer Meinung nach
leider auch einige Schwachstellen, aufgrund derer ich ihr letztlich
nur vier Sterne geben kann:
- Die orange Farbe passt nicht zur
sonst blauen N-Strike Elite Serie und wirkt daher im geordneten
Sammelregal etwas fehlplatziert. Ob ihm das Orange gefällt, muss
jeder Anwender letztlich selbst entscheiden, wir bevorzugen das
schlichtere Blau.
- Der Raketenwerfer ist sehr weit vorne
positioniert, was das Schießen mit kurzen Armen deutlich erschwert,
Testkinder waren recht chancenlos, wenn sie den Demolisher nicht
schief hielten. Daher würde ich den Blaster weniger als
Kinderspielzeug ab acht Jahren denn als nette Ergänzung für
Nerf-Wars unter Erwachsenen bezeichnen.
- Dazu kommt, dass der Schwerpunkt des
Blasters durch seine Bauform recht weit vorne, vor dem Griff, liegt,
sodass die Waffe nicht nur beidhändig, sondern auch sehr sicher
gehalten werden muss, um gerade zu sein.
- Der Raketenwerfer ist cool, aber
leider etwas zu einfach gestaltet. Durch Vor- und Zurückziehen des
schwarzen Griffs wird die Rakete abgeschossen, dadurch aber häufig
auch verzogen. Eine stabilere Lösung wäre wünschenswert.
- Auch ist die benötigte Kraft zum
Abfeuern der Rakete schwer dosierbar und die erreichte Weite und
Flugbahn somit kaum reproduzierbar sind.
- Die Ersatzraketen sind (derzeit
noch?) recht teuer, über 3 Euro pro Rakete machen schon
nachdenklich. Immerhin sind die Raketen, siehe unter Pluspunkten,
durch ihre sehr stabile Form, die Größe und die dicken Wände nicht
so schnell zu verlieren und deutlich robuster als die Pfeile.
Zwei Tuning-Tipps für Nerf-Geeks:
1) Die zum Beispiel von der Recon CS 6
bekannten Aufsteckläufe können auch hier eingesetzt werden, um
besser zielen zu können. Aber Achtung: Dadurch wird der Demoliser
noch unbalancierter!
2) Wer mehr als 10 Schuss mit den Darts
haben will, kann eine Munitionstrommel anbringen.
Mein Fazit: Zwar hat der 2-in-1
Demolisher die ein oder andere Schwäche, viele meiner Kritikpunkte
sehe ich aber als "Nice to Haves" oder Geschmacksfrage an,
weshalb ich dafür nicht mehr als einen Stern abziehen will. Dieser
Blaster ist vor allem durch den neuen Raketenwerfer eine der coolsten
Waffen, die wir bisher von Nerf haben - und bei knapp 20 will das was
heißen!
Ich würde mir wünschen, dass Hasbro
sich entscheiden kann, den Raketenwerfer entweder als Einzelwaffe mit
besserer Schussmechanik oder als Aufsatz für Tactical Rails
anzubieten, denn das Teil ist einfach cool!