Donnerstag, 27. November 2014

Nerf 2-in-1 Demolisher

Nerf legt mit der 2-in-1 Demolition einen Fly Wheel Blaster vor, der sich im Prinzip kaum von den anderen Halbautomatik-Nerfs unterscheidet. Das Besondere am Demolisher und sein Alleinstellungsmerkmal unter der mittlerweile sehr großen markeninternen Konkurrenz ist der Raketenwerfer. Mit dem einschüssigen Raketenwerfer kann der nerfverrückte Geek entweder gleichzeitig zu in Werksform bis zu zehn Dart Tags und eine Rakete (mit Nachladen zwei Raketen), nur die Raketen oder nur die Pfeile auf seine Ziele los lassen. Spaß und Coolness sind mit dem 2-in-1 Demolisher also schon aufgrund der Funktionsweise garantiert. Allerdings muss ich darauf hinweisen, dass Hasbro auch hier die Reichweite wohl mit Rückwind erprobte, auf 27 m komme ich bei Weitem nicht. 10 - 15 m sind unter normalen Umständen deutlich realistischer.

Es gibt aber noch weitere Pluspunkte:
* Der Blaster wurde sehr robust gearbeitet. Typisch Nerf gibt es keine offensichtlichen Sollbruchstellen, keine scharfen Kanten, keine zu geringe Stabilität. Wie immer weiß die Qualität zu überzeugen.
* Das Design ist (bis auf die Farbe) sehr cool, insbesondere das gebogene Magazin gefällt uns sehr gut, weil es stylish ist.
* Die Haptik des Demolishers ist gut, Abrutschen kaum möglich.
* Auch die Aufbewahrung der Zusatzrakete am Schulterbügel ist lobenswert, denn so ist diese schnell erreichbar und Gegner wissen schnell, mit welch "gefährlichem" Schützen sie es zu tun haben.
* Zum Dart Blaster selbst muss ich wenig sagen, er funktioniert so gut und zuverlässig wie jede Fly Wheel und macht einfach Spaß. Die Automatik ist sehr leise, aber auch das ist typisch für die Kollektion.
* Die zehn mitgelieferten Darts der Elite Stream Line kommen im üblichen Magazin, beide selbstverständlich in top Qualität.
* Das Besondere an diesem Blaster ist der coole Raketenwerfer. Er ist recht einfach gebaut, funktioniert aber soweit gut und zuverlässig, wenngleich er ein sehr gutes Gefühl für die eingesetzte Kraft verlangt. Zu weiterem bitte unter Kritik nachsehen.
* Die neu entworfenen Raketen gefallen uns sehr gut, ihr Design ist für Spielwaren recht authentisch, durch Farbe und Material aber weit genug von echten Raketen weg, um nicht zwingend unter Kriegsspielzeug zu fallen.
* Betonen will ich die ausgesprochen hohe Qualität der Raketen, die aus deutlich dickerem Material gefertigt wurden als die Darts, was ihre Flugbahn auch bei Abwurf per Hand stabiler und die Raketen an sich robuster macht.

Explizit möchte ich mich noch zu einem häufigen Kritikpunkt meiner Vorrezensenten äußern. Kritisiert wird, dass die Klappe zur Beseitigung von Ladehemmungen komplett geschlossen und das Magazin komplett eingerastet sein müssen, damit die Waffe funktioniert.
That's not a bug, that's a feature!
Hasbro denkt bei den halb automatischen Nerfs an die Sicherheit der Nutzer. Und die ist nur gewährleistet, wenn niemand während des laufenden Betriebs über Magazinschacht oder Ladekappe in sich drehende Teile langen kann. Daher wird bei allen Fly Wheels explizit auf die Notwendigkeit des korrekten Einrastens hingewiesen. Übrigens ist aus ähnlichen Gründen auch das Batteriefach gesichert und nur mit Schraubendreher zu öffnen. Ich bin froh, dass Hasbro diese Sicherheitsmaßnahme einbaut, denn ich kann mir gut allzu neugierige Kids und Jungen/Männer vorstellen, die da rein greifen, will aber nicht an die Folgen denken.

Die Waffe hat unserer Meinung nach leider auch einige Schwachstellen, aufgrund derer ich ihr letztlich nur vier Sterne geben kann:
- Die orange Farbe passt nicht zur sonst blauen N-Strike Elite Serie und wirkt daher im geordneten Sammelregal etwas fehlplatziert. Ob ihm das Orange gefällt, muss jeder Anwender letztlich selbst entscheiden, wir bevorzugen das schlichtere Blau.
- Der Raketenwerfer ist sehr weit vorne positioniert, was das Schießen mit kurzen Armen deutlich erschwert, Testkinder waren recht chancenlos, wenn sie den Demolisher nicht schief hielten. Daher würde ich den Blaster weniger als Kinderspielzeug ab acht Jahren denn als nette Ergänzung für Nerf-Wars unter Erwachsenen bezeichnen.
- Dazu kommt, dass der Schwerpunkt des Blasters durch seine Bauform recht weit vorne, vor dem Griff, liegt, sodass die Waffe nicht nur beidhändig, sondern auch sehr sicher gehalten werden muss, um gerade zu sein.
- Der Raketenwerfer ist cool, aber leider etwas zu einfach gestaltet. Durch Vor- und Zurückziehen des schwarzen Griffs wird die Rakete abgeschossen, dadurch aber häufig auch verzogen. Eine stabilere Lösung wäre wünschenswert.
- Auch ist die benötigte Kraft zum Abfeuern der Rakete schwer dosierbar und die erreichte Weite und Flugbahn somit kaum reproduzierbar sind.
- Die Ersatzraketen sind (derzeit noch?) recht teuer, über 3 Euro pro Rakete machen schon nachdenklich. Immerhin sind die Raketen, siehe unter Pluspunkten, durch ihre sehr stabile Form, die Größe und die dicken Wände nicht so schnell zu verlieren und deutlich robuster als die Pfeile.

Zwei Tuning-Tipps für Nerf-Geeks:
1) Die zum Beispiel von der Recon CS 6 bekannten Aufsteckläufe können auch hier eingesetzt werden, um besser zielen zu können. Aber Achtung: Dadurch wird der Demoliser noch unbalancierter!
2) Wer mehr als 10 Schuss mit den Darts haben will, kann eine Munitionstrommel anbringen.

Mein Fazit: Zwar hat der 2-in-1 Demolisher die ein oder andere Schwäche, viele meiner Kritikpunkte sehe ich aber als "Nice to Haves" oder Geschmacksfrage an, weshalb ich dafür nicht mehr als einen Stern abziehen will. Dieser Blaster ist vor allem durch den neuen Raketenwerfer eine der coolsten Waffen, die wir bisher von Nerf haben - und bei knapp 20 will das was heißen!
Ich würde mir wünschen, dass Hasbro sich entscheiden kann, den Raketenwerfer entweder als Einzelwaffe mit besserer Schussmechanik oder als Aufsatz für Tactical Rails anzubieten, denn das Teil ist einfach cool!