Mir war von Anfang an klar, dass die deutsche Tourproduktion weder stimmlich noch im Budget mit der Glee-Episode mithalten kann, durch die ich mich für Rocky Horror zu interessieren begann. Als ich Glee zum ersten Mal gebingt habe, musste ich unbedingt den Film nochmal sehen, den ich bin dahin ein Mal gesehen und für grausig befunden habe.
Daran hat sich nichts geändert, aber ich lernte die Musik lieben. Muss aber klar betonen, dass ich die Versionen aus Glee viel besser finde, weil sie besser gesungen ist. Da kann ein Fan des Films so oft wie er will betonen, dass die Story alles andere als perfekten Gesang braucht, ich bin und bleibe anderer Meinung und bevorzuge gute Sänger.
Ich muss vorweg sagen, dass wir für Frank und Eddie die Zweitbesetzungen hatten. Beide waren nicht sonderlich überzeugend und fielen uns am negativsten auf. Insgesamt waren die Sänger okay, aber vor allem Eddie völlig überfordert mit seiner Rolle. Keiner von ihnen konnte auch nur i entferntesten stimmlich überzeugen.
Columbia und Magenta waren aber herausragend. Magenta nicht so gut wie in Glee
Die Musik hat durchaus und wie erwartet Spaß gemacht und gute Laune verbreitet. Ich hab (soweit es mit meiner Stimme möglich war, bin seit Mitte Dezember heiser) mitgesungen und mitgetanzt.
Das Publikum war durchaus mitgerissen, hat Zwischenrufe gemacht (schade, dass die nicht vorab angesagt wurden, das hätte viel mehr Sinn gemacht und zu Mitmachen motiviert, aber wenn man natürlich den Text nicht kennt ...) und Fanbags genutzt. Schade war, dass die Nutzung der Fanbag nicht komplett erklärt wurde und auch nicht immer ganz logisch abzusehen war. Wann das Klopapier nutzen, wann den Partyhut aufziehen, das war allen um mich rum unklar und wurde daher von den Meisten nicht gemacht. Auch das sehr früh nötige Konfettiwerfen war kaum vorhersehbar.
Ansonsten hats aber Spaß gemacht mit den Fanbags, die ihre 10 Euro durchaus wert waren.
Wischen und Kehren wollte ich da aber nicht!
Die Änderungen zum Film haben mich verwirrt, also vor allem das Ende zwischen Brad und Janet (im Film wird nicht klar, ob sie noch zusammen sind, im Musical eindeutig nicht) und die Auslassung des Dinners. Vermutlich liegen einige Probleme mit den Fanbags in den Kürzungen begründet.
Auch fand ich den Kühlschrank nen Witz, da ginge mehr. Und man kriegt in irgendeiner Form sicher ein Motorrad auf die Bühne, wenn man will ... dann muss man auch nicht zusammenhanglos von Eddies Motorrad erzählen.
Sky du Mont war ein solider Erzähler mit etwas Humor. Er ging auf Zwischenrufe ein,erklärte uns, dass er Zeit für den Umbau schinden muss und war sehr humorvoll. Am Ende aber doch etwas steif, da hätte er ruhig keine Ahnung wenigstens etwas Strapse zeigen oder mit"warpen"dürfen. Aber der sieht echt gut aus, wie im Fernsehen
Alles in allem war's solide Unterhaltung, die mit besseren Sängern als hervorragend zu werten wäre.