Sonntag, 24. Juli 2016

Spielzrension: Yeti







(Bild von Amazon, wo ich diese Rezension ebenfalls eingestellt habe)


Ich durfte Yeti schon vor dem offiziellen Verkaufsstart bei Nicht-Pegasus-Händlern  in einer Spieliothek Probe spielen. Mir war sofort klar, dass ich das Spiel kaufen muss, sobald es bei einem Händler in meiner Nähe erhältlich ist. Warum mir das klar war? Das seht Ihr in der Rezension.

Yeti ist ein liebevoll gestaltetes Brett- und Würfelspiel, das gerade im Hochsommer einige kühlere Gedanken bringt. Es spielt schließlich mitten im Himalaya, zu dem sich die Spieler träumen sollten, wenn sie ihre Begegnung mit Yeti genießen wollen. Aber Achtung: Träumt bitte nicht zu sehr, Ihr müsst Euch schon noch auf das etwas komplexe Spiel konzentrieren können.
Und schließlich gilt bei Sagenwesen, dass nur der gute Bilder bekommt oder Spuren findet, der schnell reagiert und die richtigen Entscheidungen trifft. Ohne die wird das Spiel aber nicht gewonnen, denn Sieger ist am Ende der mit den meisten Punkten.
Für wen das jetzt einfach klingt, der glaubt wohl wiklich noch an Schneemonster.

Der Aufbau vor dem allerersten Spiel ist aufwendiger als später, da Teile des Spielmaterials und insbesondere der Himalaya zusammengesetzt werden müssen. Das dauerte bei uns knapp 10 Minuten, wir sind aber auch sehr penibel.
Der zusammengebaute Himalaya kann in der Schachtel aufbewahrt werden.
Er gehört während des Spiels auf den zusammengesteckten Spielplan.

Zur Spielvorbereitung ab dem zweiten Spiel muss ich nicht viel sagen, sie ist dank guter Anleitung selbsterklärend und in einfachen Schritten erledigt. Nicht vergessen, den Yeti aufs Spielbrett zu stellen.
Wichtig ist mir der Hinweis, dass wir die Ausrüstungsgegenstände und vor allem die Gipfelplättchen immer möglichst gut sortiert halten, das spart lästiges Suchen beim Aufbau, wenn zum Beispiel die Gipfelplättchen in absteigender Wertigkeit benötigt werden.
Pegasus empfiehlt in der Anleitung, dass jeder Spieler eine Übersicht bekommt. Die ist beim ersten, zweiten und vielleicht auch dritten Spiel sicher hilfreich, bleibt bei uns mittlerweile aber in der Schachtel, die Wertung weiß man doch schnell auswendig.

Der Spielablauf erinnert erst ein bisschen an Kniffel. Der Startspieler erhält zunächst alle sieben Würfel, von denen er entsprechend der Spieleranzahl so viele an seine Gegner abgibt, bis ihm maximal fünf verleiben. Mit diesen würfelt er natürlich.
Vom Ergebnis muss der Spieler alle Würfel, auf denen Schnee zu sehen ist, zur Seite legen, dann darf er eine zweite Sorte aussuchen, entweder Sherpa, Zeit, Geld oder Fuß, und alle dieses Symbol zeigenden Würfel zur Seite legen. Es muss auf jeden Fall eine Würfelsorte abgelegt werden, es können auch zwei sein, wenn Schnee dabei ist.
Wie sollte es anders sein: Die restlichen Würfel werden so lange geworfen bis alle Würfel zur Seite gelegt wurden.

Dann geht es an die Auswertung dieser Runde:

1. Schnee und Schneesturm:
Wenn der Spieler weniger als drei Schneewürfel zur Seite gelegt hat, passiert nichts.
Bei genau drei Schnee darf er einen dieser Würfel beliebig drehen (und sich so einen Vorteil verschaffen).
Bei mehr als drei Schnee ist ein Schneesturm entstanden, mit entsprechendem Chaos: Je nach Anzahl der Spieler bewegt sich der Yeti so weit nach vorne, dass er maximal hinter dem letzten Wertungsstein der Spieler steht. Dann nimmt der Spieler so viele Schneewürfel wie er mehr als 3 hat aus dem Spiel, sie kommen erst bei seinem nächsten Zug zurück ins Spiel. Am Ende dreht er wieder einen der drei Schneewürfel.

2. Münzen: Der Spieler darf einen Kauf/Verkauf pro Zug machen.
Verkauf bedeutet einfach, entsprechend der den Münzen entsprechenden Siegpunkte zu ziehen.
Der Kauf ist schon interessanter, der Spieler kann Ausrüstung aus dem Lager oder von anderen Spielern erwerben (naja "erwerben"... der Andere muss nicht gefragt werden, wird aber mit den entsprechenden Siegpunkten entschädigt). Auf der Ausrüstung steht, wie oft sie nach dem Kauf genutzt werden darf, ob nur einmalig oder beliebig oft.
Die einmal zu nutzende Ausrüstung besteht aus Erhalt einer Münze, eines Zelts oder Sherpas, die mehrfach nutzbare aus in jedem Zug zusätzlichem Fußspur/Sherpa/Zelt, einer abzulegenden Würfelsorte mehr pro Zug oder einem weiteren Wurf, wenn vor der Auswertung nur ein oder zwei Schnee liegen.

3. Sherpa, auch bekannt als Bergsteigen:
Je nach Anzahl der Sherpas kann der Spieler Ebenen auf dem Berg besteigen und sich beim ersten Erreichen des Gipfels das höchste dort liegende Gipfelplättchen nehmen.

4. Fußspuren - für die man auf dem Berg stehen sollte:
Jeder Würfel mit einer Fußspur gibt Siegpunkte entsprechend der Ebene auf dem Berg, auf der die eigene Spielfigur gerade steht.

5. Zelte oder ohne Zelt kein Verbleib auf dem Berg!
Entsprechend der Anzahl der geworfenen Zelte kann der Bergsteiger auf einer Ebene des Himalaya stehen bleiben oder muss zu ihr hinabsteigen. Keine Zelte geworfen zu haben bedeutet keine Ausrüstung zu haben und erstmal zurück ins Basislager zu müssen.

Wenn alle Schritte abgearbeitet sind, ist der nächste Spieler dran.

Das Spiel endet, wenn der erste Spieler den Yeti eingeholt hat und jeder Spieler nach ihm einen letzten Zug machen konnte. Wer am weitesten vorne auf der Wertungsleiste ist, gewinnt das Spiel.

Yeti ist, wenn man es erst verstanden hat, ein einfaches Spiel mit klaren Regeln, dessen Kompexität sich zeigt, wenn Spieler mit hoher strategischer Kompetenz gegeneinander antreten. Dann dauert das kurzweilige Familienspiel plötzlich viel länger, macht aber trotzdem großen Spaß. Grundsätzlich ist Yeti für die ganze Familie geeignet.