Ich habe zwar Les Misérables noch nicht gesehen, weiß aber von einer VINE-Kollegin, dass der Film aus wackelnder Handkamera besteht. Daher kann ich meine Oscarkandidaten heute schon abgeben, auch wenn wir erst Sonntag in den Film gehen. Denn, wie alle Leser wissen dürften, wir hassen wacklige Handkamera, die macht jeden Film kaputt. Jeden.
Original Screenplay:
Ich habe die nicht alle gelesen/gesehen, aber ich kann einen Favoriten haben ...
Tarantino für Django Unchained, denn er hätte eine Auszeichnung als Regisseur verdient.
Adapted Screenplay:
Wenn ich lese, wie viel Mühe Spielberg in "Lincoln" gesetzt hat, für den er kaum mehr als eine Biografie hatte, dann finde ich, dass er den Preis verdient hat. Aber auch Ang Lee scheint eine gute Verfilmung gemacht zu haben. Und über Ben Affleck brauchen wir nicht reden.
Kurz: Ich gönne es Spielberg und Affleck, will mir aber kein definitives Urteil erlauben.
Visual Effects:
Wer diesen Blog hier verfolgt, der weiß, dass Andreas und ich keine 3D-Effekthascherei mögen. Das war's also für Life of Pi. Die Effekte bei Snow White und Prometheus finde ich ... naja.
Und The Avengers läuft tatsächlich dem Hobbit den Rang ab.
Sound Mixing:
Keine Frage, ich stimme den Kritikern und Prognosen zu und bin völlig überzeugtt von der Technik, mit der Les Misérables eingefangen wurde.
Sound Editing:
Da hat für mich bei Skyfall einfach alles gepasst und gerade in Actionfilmen ist es nicht einfach, Sound überzeugend zu präsentieren.
Animated Short:
Wirklich, wirklich schwer. Ich weiß sicher, dass es für mich weder die Simpsons noch Adam and Dog sind. Head over Heels ist supersüß, aber es wird für mich ganz eng zwischen Papermen und Fresh Guacamole. Ein liebevoller Stop Motion, der sogar mich umhaut und begeistert ... und ich mag normalerweise keine Stop Motion.
Fresh Guacamole, aber ich freue mich auch für Papermen.
Production Design:
Anna Karenina habe ich ausgeschaltet, Lincoln fand ich nicht so herausragend, für Life of Pi brauchte es vor allem ein Studio, Les Misérables brauchte ja wenig Szenenbid .... Aber, hey, der Hobbit spielt in einer wunderschönen Landschaft.
Es ist also der Hobbit für mich, aber eher aus Zuneigung denn aus Themenwissen.
Best Original Song:
Klar, "Suddenly" ist ein schönes Lied, wirklich toll. Aber, ehrlich: Gibt's dieses Jahr irgendeine Diskussion, kann es denn was andres sein als "Skyfall" von Adele?!
Best Music:
Ich weiß, dass viele für Life of Pi sind und es der wohl werden wird, aber ich mag diese Bollywood-Musik nicht. Ich finde die Musk zu Skyfall am stimmigsten.
Makeup and Hairstyling:
Von Hitchcock habe ich nur den Trailer gesehen, man hat da wirklich was geleistet bei Anthony Hopkins. Aber gegen den Hobbit hat der Film keine Chance. Und, so gut das beim ´Hobbit auch gemacht war, der kommt nicht gegen Les Misérables an, wo wirklich alles am Make Up stimmt.
Film Editing:
Life of Pi und Lincoln haben mir zu oft zu flüssige Übergänge. Ich mag das einfach nicht. Silver Linings Playbook fand ich nicht so herausragend. 0Dark30 habe ich nicht allzu weit gesehen.
Aber bei Argo fand ich den Schnitt richtig gut, der hat die Stimmung unterstrichen.
Directing:
Regisseure, die so viel Handkamera-Gewackel in ihre Filme lassen, haben keinen Preis verdient, wenn man mich fragt. Also bye, bye Life of Pi und Beasts of the Southern Wild. Gegen Hanecke bin ich aus Prinzip, sorry, aber Du hättest meinem "Ziemlich beste Freunde" nicht alles klauen sollen. Silver Linings Playbook ist ein netter Film, Lincoln stinklangweilig.
Aber hey, was Spielberg aus seinem Material gemacht hat, das ist grandios und preisverdächtig - auch wenn er Ben Affleck den Rang abläuft und ihm den Globe nicht gönnen wollte.
Costume Design:
Viele Kostüme fand ich nicht so besonders, die Nominierungen für Lincoln, Anna Karenina und Snow White kann ich nicht nachvollziehen. Wo ist der Hobbit?!? Les Misérables hatte wunderschöne Kostüme, aber ich bleibe bei meiner ersten Wahl, denn
die liebevollen Ideen bei Mirror, Mirror, vor allem dem Schiffe versenken, haben mich begeistert!
Cinematograhy:
Alles mit Handkamera ... bye, bye ... Und wenn ein Actionfilm (fast) ohne die auskommt, dann kann ich nicht anders als ihn als Positivbeispiel zu meinem Favoriten zu erklären. Denn es geht auch ohne Kameragewackel - mag das eigentlich irgendwer?!?
Skyfall!
Animated Feature:
Tja ... das ist verdammt schwer, ein richtig enger Kampf, aus dem nur Pirates rausfällt. Keine Ahnung, warum der nominiert wurde. Dass Stop Motion gruselig-schön sein kann, nicht immer einen schlechten Film kennzeichnen muss, beweist Frankenweenie. Einer der beiden nominierten Horrorfilme, der aber auf das mittlerweile übliche 3D verzichtet und mehr Story hat als ParaNorman. Der zwar auch nett ist, aber einen unbefriedigenden Plot hat, sorry.
Wir reden also über Brave oder Wreck-it Ralph. Eine unglaublich umwerfende Hommage an Arcade-Spiele oder Pixar mit einer, wie immer genial aninimierten, eher langweiligen Kinderstory. Ich bin ja nun kein Kritiker, kein Reporter ich bin ein Fan. Und das ist ein Vorteil, denn ich muss nicht neutral sein, ich darf das entscheiden, was mein Herz sagt.
Und das schreit: RALPH!
Ja, ich weiß, es wird, wie bei allen Preisverleihungen, Brave werden. Aber was wissen die denn schon davon, was die Fans wollen. Oder, wie Jack Black mal über seine Karriere sagte "Each year I do one animated for Dreamworks, take all the money and bet it on Pixar..."
Actress in a supporting role:
15 Minnuten überzeugeende Screentime, wahnsinniges Spiel mit Mimik und Gestik in einer Szene, in der wir nur ihren Kopf sehen, sie aber vor Emotionen wie Angst und Schmerz und Trauer sprudeln muss...
Der Oscar kann nur an Anne Hathaway gehen.
Actor in a supporting role:
Das ist eine großartige Riege, alle haben schon gewonnen, alle fünf sind großartige Schauspieler. Gehen wir mal alphabetisch vor: Alan Arkin ist sehr kurz zu sehen, ich fand die Rolle auch nicht so besonders. Raus. Robert De Niro spielt überzeugend, wie die anderen nominierten. Es ist aber nicht sein Jahr, denn die Rolle ist wichtig, aber nicht so anspruchsvoll, dass sie einen Oscar fordert. Philipp Seymour Hoffmann spielt gut, natürlich. Aber so überragend, dass er Tommy Lee Jones an die Wand spielt? Nein. Denn er spielt seine Konkurrenz an die Wand. Nicht vergessen: Das ist der MIB senior, aber den merkt man im Film nie. Da kommt auch Christoph Waltz nicht gegen an, zumal sich bei ihm die Frage stellt, ob er wirklich eine Nebenrolle spielt.
Also, mein Favorit ist Tommy Lee Jones.
Aber natürlich gönne ich Christoph Waltz den Oscar.
Actor in a leading role:
Hugh Jackman ist immer gut und sein Spiel in dieser anspruchsvollen Rolle ist grandios. Ich wusste, dass er gut singen kann, aber so überzeigend!? Aber gut ist dieses Jahr nicht gut genug, denn hier sind die Besten der Besten der Besten nominiert (Sir ....). Joaquin Phoenix wurde um seinen Oscar beraubt von Philipp Seymour Hoffmann. Den Oscar für "Walk the Line". Dieses Jahr macht er auch einen mauen Film nicht besser. Denzel Washington spielt gut. Aber es läuft sich für mich auf zwei raus: Cooper vs Day-Lewis.
Bradley Cooper hat mich überzeugt. Ich meine, der hat Face gespielt und ich fand ihn furchtbar. Und diese Rolle habe ich ihm abgenommen. Komplett. Aber Daniel Day-Lewis spielt nicht Lincoln, er ist Lincoln. Und das ist sein Oscar. Ich bin für Daniel Day-Lewis.
Actress in a leading role:
Um es gleich mal vorweg zu nehmen: Lasst mich mit Emanuelle Riva zufrieden. Die würde den Oscar doch nicht bekommen, weil sie die Beste war, sondern um einen Rekord aufzustellen, älteste Gewinnerin und so. Meine Meinung. Sorry. Gleiches gilt für das Kind, so gut war Wallis auch nicht.
Ich habe sowohl The Impossible als auch 0Dark30 ausgeschaltet, aber das Spiel kann ich beurteilen. Und Watts ist nicht überragend, Chastain gut, aber überzeugt mich nicht.
Wer aber so wandlungsfähig ist wie Jennifer Lawrence, wer so überragend spielt, dem gehört der Oscar. Ich nehme ihr jede ihrer Rollen ab, ganz große Kino. Auch wenn's darum nicht geht...
Best Picture:
Ich betone, dass ich hier nach meinem Geschmack urteile, meine Meinung würde genau so ausfallen, wenn Ben Affleck als Regisseur nominiert wäre. Und jetzt kann ich's gleich sagen: ARGO. Wer sonst. Der langweilige Lincoln? Der eklige 0Dark30? Eine Hommage an die Handkamera (und Effekthascherei) mit Beasts of the Southern Wild oder Life of Pi? Der Film, der den erfolgreichsten europäischen Kinofilm beraubt hat? Ein, sorry, doch eher normaler, wenig besonderer Liebesfilm? Django Unchained ist ein guter Film, aber ich muss ihn nicht mehrfach sehen. Die größte Konkurrenz ist, wenn es nach meinem Geschmack geht, les Misérables, ein wunderschöner Film,fast besser als der historisch aufklärende Argo. Klar, Argo ist am Ende arg zugespitzt, aber die Spannung war wichtig und, das betonen alle Beteiligten, es hätte so passieren können.
Also lasst es sie sagen: ARGO
Kurzfilm, Kurzdoku und Doku kann ich nicht beurteilen und auch beim Ausländischen Film enthalte ich mich, weil ich da nur einen gesehen habe. Ist schwer, an die anderen dranzukommen.