Sonntag, 4. August 2013

Spiel des Jahres: Hanabi


Bild von amazon

Ich habe fast ein Jahr überlegt, ob ich Hanabi für meinen Mann und mich kaufen soll.
Ein kommunikatives Spiel, wo er - typisch Mann - so gerne redet und kommuniziert?
Ein Spiel mit hohem Strategieanteil, wo ich doch nicht sooo gerne strategisch und vorausschauend denke?
Ein Spiel für 2, das für 2 bis 5 Spieler gedacht ist?
Und ist das Spielprinzip nicht zu einfach?
Ds waren nur ein paar der Überlegungen, die wir zu Hanabi hatten.

Die Auszeichnung als Spiel des Jahres 2013 gab den Ausschlag, das Spiel zu kaufen.
Freitag kam es an, drei Runden wurden schon gespielt. Ausreichend, um unsere Fragen zu beantworten:
Die Mischung aus Kommunikation und Strategie ist so gut gemacht, dass sie uns beiden sehr viel Freude macht. Weder muss zu viel kommuniziert werden - im Gegenteil - noch braucht es zu viel vorausschauendes Denken.
Hanabi lässt sich auch zu zweit sehr gut spielen.
Das Spielprinzip ist alles andere als einfach. Es ist nur einfach und schnell erklärt. Da es so viele Beschreibungen zum Spielprinzip gibt, verzichte ich auf diesen Teil.

Die Schwierigkeit von Hanabi ist nicht nur, dass man die eigenen Karten nicht sieht. Schwierig ist es auch, genug Empathie mitzubringen, um Tipps des Mitspielers zu verstehen. Warum sagt er mir genau jetzt, dass ich hier eine 2 habe? Und hat die Reihenfolge, in der er mir meine grünen Karten zeigt, eine Bedeutung? Und und und - hier entwickelt wohl jede Spielgruppe ihre eigene Dynamik. Richtig fies wird das mit der Empathie, wenn in das erprobte Spiel andere Personen dazukommen, die sich eben nicht mehr gewohnt verhalten ...
Gemein ist auch, dass Du eigentlich nicht reagieren darfst, wenn der Andere einen falschen Zug macht und eine wichtige Karte wegwerfen will. Da erweist sich Hanabi als hervorragendes Trainingsfeld für Mimik und Gestik einerseits und Ruhigbleiben andererseits. Die Anleitung sagt, dass jede Spielrunde ihre eigene Regel zur erlaubten Kommunikation finden muss. Wir haben uns auf so viel wie nötig so wenig wie möglich geeinigt.

Hanabi ist ideal, um Kreativität und Problemlösefähigkeit zu schulen.
Schon in unserer ersten Runde haben wir die Spielanleitung Wort für Wort gelesen und festgestellt, dass sie kein Verbot von Lügen ausspricht. Ich will dazu keinen Tipp geben. Nur so viel: Lügen kann extrem hilfreich sein bei Hanabi. Wie, darauf muss jeder selbst kommen. In manchen Spielgruppen ist es vermutlich auch eher verwirrend.
Mein Mann überlegte auch, weitere Zahlen einzuführen. 0 für "Karte muss unbedingt behalten werden" und 6 für "schmeiß weg". Diese Kommunikation ist nicht erlaubt. Ich habe mich aber dennoch dagegen ausgesprochen, weil mir das zu sehr nach das Spiel besch.ei.ßen klang.
Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, selbst Tricks und Kniffe zu erfinden, um Hanabi leichter zu machen. Einige nehmen vermutlich den Spielspaß, andere vergrößern ihn.

Wenn ich einen Punkt nennen muss, der uns weniger gut an Hanabi gefällt, dann ist es das Problem mit vertrackten Situationen. Irgendwann hast Du jeden Tipp gedreht und vom Anderen gehört, dass Du im Prinzip keine Karte wegwerfen darfst. Was jetzt? Aufgeben? Die erlaubte Kommunikation erhöhen? Wir haben erst mal durchgemischt. Diese Runde hat aber dennoch weniger Freude gemacht. Hier wünsche ich mir eine Regelerweiterung.

Noch ein Wort zur Spieldauer: Hanabi dauert zu zweit circa 45 Minuten. Das merken wir aber erst anschließend an der etwas verspannten Hand. Das Spiel ist sehr kurzweilig. Wir werden uns aber noch Kartenhalter zulegen ...

Fazit: Hanabi ist ein Spiel, das sich seinen Titel mehr als verdient hat. Es macht großen Spaß und kann uneingeschränkt weiterempfohlen werden. Mit nur 8 Euro ist Hanabi natürlich auch ein klasse Geschenk!