Wir
haben uns diesen Fernseher gekauft, weil mich der bisherige Philips 42PDL6907K/12 107 cm (42 Zoll) Ambilight mit ständigen Senderaktualisierungen
und immer wieder auftretenden Kompabilitätsproblemen in den Wahnsinn
treiben wollte. Aber auch, weil mit der neuen Heimkinoanlage (Samsung HT-F5550) klar
wurde, dass 42 Zoll einfach zu klein für unsere bis auf TV und ein
Paar Lautsprecher nackte Wand sind. Etwas mehr mussten es schon sein.
Wir
entschieden uns zunächst für den LG47LA6608, der übrigens mit dem
normalen DHL-Boten kam. 47 Zoll sind laut Amazon zu klein, um mit
einer Spedition zu kommen. Die könne man ja noch bei den Nachbarn
abstellen, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist?! Mein Tipp: Einen
47 Zöller würde ich nicht mehr bei Amazon kaufen, da ich die
Lieferung mit dem normalen Paketboten unzumutbar finde.
In
einem Punkt hatte Amazon aber Recht: Der Fernseher war zwar durchaus
überzeugend, aber mit seinen 47 Zoll immer noch zu klein für uns.
Also mal kurz überprüft, ob wir eine falsche Wahrnehmung haben oder
unsere Wohnzimmeranordnung tatsächlich für einen größeren
Fernseher spricht. Tut sie, denn Experten empfehlen folgende
Abstände: Bei 47 Zoll ca. 2,90 m, bei 50 Zoll ca. 3,10 m, bei 52
Zoll ca. 3,30 m und bei 55 Zoll ca. 3,40 m. Die Rede ist jeweils vom
Praxisabstand, also ohne Berücksichtigung von Unterschieden der
Materialien. Wir entschieden uns also für einen 55 Zoll Fernseher,
zumal Amazon ab dieser Größe viel einfach mit einer Spedition
liefert ... Es sollte wieder der LG LA6608 sein, da uns dieses Modell
im Test mit den 47 Zoll sehr zusagte. Zum Glück gibt es den ja in 55
Zoll!
Weshalb
es dieses Modell sein sollte, nachdem wir es schon in 47 Zoll
testeten:
- Ich mag die Magic RemoteAls ich die Magic Remote, die zu diesem Fernseher gehört, das erste Mal sah, war ich sehr erschrocken. Die Fernbedienung liegt sehr gut in der Hand, ist aber nicht nur sehr klein, sondern hat auch sehr wenige Tasten, ein Nummernfeld fehlt beispielsweise völlig. Man muss erst lernen, mit der Magic Remote, die vor allem als Maus für den Fernseher arbeitet, klarzukommen. Direkt an der Fernbedienung lassen sich per Scrollrad Sender wechseln, über Tasten Tonstärke und Programm verändern, der Fernseher aus- und anschalten, die Spracheingabe anschalten und Smart-TV anwählen. Das war's aber auch, für alles andere gibt es das kleine Menüfeld auf der Fernbedienung und Smart-TV, die sich im Fernseher öffnen. Beides wird mit Bewegungen der Magic Remote bedient.Das ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig und langsamer als die alte Fernbedienung (siehe auch unter Kritik) aber der Spaß an was Neuem, die kleine Größe und die doch einfache Anwendung entschädigen dafür. Es können zwar „richtige“ Fernbedienungen zugekauft werden, uns reicht diese hier aber völlig.
- Einfache Installation – auch für TechniklaienDer LG LA6608 führte mich bei der Installation wirklich kinderleicht durchs Menü. Mit seiner Hilfe sollte jeder klarkommen. Es war weitaus schwieriger und langwieriger, den Fernseher aufzuhängen, als ihn in weniger als fünf Minuten einzurichten. Man muss diverse Forderungen bestätigen, um alle Angebote des Fernsehers nutzen zu können (hier unbedingt auch das Kleingedruckte lesen!), die Magic Remote einrichten und einen Sendersuchlauf starten, fertig.
- Bild- und Tonqualität sind sehr gutDas Bild, das natürlich nach persönlichem Geschmack verändert werden kann, ist schon in der Grundsteinstellung gestochen scharf, in angenehmen Farben und mit klaren Kontrasten ausgestattet. Der Ton ist klar und kommt, was für einen Flachbildfernseher heutzutage selten ist, von vorne unten statt von hinten. Das macht die Wandanbringung deutlich angenehmer.
- Performance im täglichen Gebrauch gutZwar legt der LG LA6608 längere Denkpausen ein, wenn komplexere Funktionen aufgerufen werden. Aber im täglichen Gebrauch überzeugt er mich sehr. Hier läuft der Fernseher derzeit 15 bis 17 Stunden täglich, weil ich über ihn Radio und MP3s höre oder ich einfach einen Sender laufen lasse, um Hintergrundgeräusche zu haben. Diese Extremnutzung schafft er problemlos und ohne besondere Wärmeentwicklung.
- Kompabilität mit unseren anderen Geräten vorhandenWir haben einige Geräte am Fernseher angeschlossen: Die schon genannte Heimkinoanlage, einen Festplattenrekorder, ein Rasperry Pi und einen WD-TV Live. Mit allen arbeitet er störungsfrei zusammen, zeigt uns aber mit Ton- und Bildproblemen (gab's schon beim alten Fernseher) deutlich, dass der Festplattenrekorder veraltet ist.
- Internetfähigkeit und -leistung sind gutWie mittlerweile jeder Fernseher kann der LG LA6608 ins Internet gehen. Er hat einen integrierten Browser, mit dem ich dank Anschluss an mein WLAN eigentlich alle Internetangebote nutzen kann – solange sie weder Flash noch Java benötigen. Da ich einige internetfähige Geräte habe, nutze ich den LG LA6608 nur selten zum Surfen oder Recherchieren, aber für YouTube-Videos ist er dank seiner Größe bestens geeignet. Als Nutzer muss ich etwas Geduld haben, weil der LG LA6608 Internetangebote deutlich langsamer lädt als andere internetfähige Geräte, aber ich bin sehr zufrieden.
- Keine ständigen Updates und SenderaktualisierungenNatürlich war mir nach den schlechten Erfahrungen mit meinem Philips wichtig, dass der neue Fernseher ein vernünftiges Maß für Updates und Senderaktualisierungen kennt. Und das tut er, denn er ist nun seit drei Wochen in Betrieb und brauchte nur zu Anfang ein Update. Jetzt macht Fernsehen auch wieder Spaß!
- Schlankes DesignEin 55-Zöller ist natürlich immer der Blickfang im Raum, insbesondere auf einer ansonsten nackten Wand. Dank des schlichten Designs mit sehr schlankem Rahmen ist der LG LA6608 aber nicht wuchtiger als nötig.
- Ganz wichtig sind die AnschlüsseWie schon beschrieben, haben wir einige Geräte an den Fernseher angeschlossen, brauchen also eine Vielzahl an Anschlüssen. Der LG LA6608 ist eines der wenigen Geräte dieser Preisklasse, die drei HDMI-Anschlüsse, drei USB-Anschlüsse und einen Scarteingang u.a. vorweisen können. Ein großer Pluspunkt!
Obwohl
ich an und für sich sehr zufrieden bin, muss ich Kritik am LG LA6608
üben:
- Die Sendereinstellung ist unglaublich umständlich!Um Sender für die Favoritenliste auszuwählen und vielleicht noch anders zu nummerieren, ist eine echte Sysiphososarbeit nötig. Bei anderen Fernsehern kann ich zunächst alle Sender auswählen und sie dann gemeinsam in die Favoriten schieben. Hier muss ich jeden Sender einzeln verschieben und umbenennen und die Sendersuche dann wieder von vorne beginnen. Das könnte und müsste LG nun wirklich einfacher lösen!
- Probleme bei der Erkennung vor ihm angeschalteter GeräteZwar ist der LG LA6608 kompatibel mit den anderen, bei uns angeschlossenen Geräten, aber wenn diese vor ihm angeschaltet werden, erkennt er sie nur mit großen Problemen. Ich muss also immer daran denken, erst den Fernseher und dann das Gerät anzuschalten, was unter anderem beim dauerhaft laufenden RasPi sehr nervig ist. Unsere Idee ist jetzt
das RasPi von einem USB-Anschluss des Fernsehers mit Strom zu versorgen, um das Problem hoffentlich zu umgehen, aber das kann keine Ideallösung sein. Die erwarte ich eigentlich von LG! - Die Fernbedienung ist vor allem für Ungeübte doch etwas umständlich und dadurch langsamBeispielsweise jetzt bei der Fußball-WM zeigen sich Schwächen in der Bedienung der Magic Remote: Schnell die Texte Nationalhymnen anschalten, indem ich auf Videotext gehe und dort die Seite anwähle, geht nicht mehr. Erst muss das Tastenfeld angewählt, dann zwei Mal Text geklickt und dann die Seite eingegeben werden. Dabei nicht verzittern oder versehentlich die falsche Ziffer anklicken, sonst dauert es noch länger.Ich würde die Aufrufdauer durchaus als doppelt bis dreifach so lange wie bisher bezeichnen, je nach Übung und Talent des Bedieners. Mir fällt auch auf, dass ich jetzt weniger den Videotext nutze als früher – aber gut, der war eh nicht mehr wirklich zeitgemäß.
- Sendersuche über Spracheingabe nur in USA möglichDie Spracheingabe ist ein nettes Feature – mal davon abgesehen, dass sie LG das Ausspionieren von Haushalten ermöglicht, was mittlerweile ja beinahe Standard bei neuen Fernsehern ist. Aber sie kann in Deutschland nur zur Internetrecherche genutzt werden. Das ist mir zu wenig, zumal sie in den USA Senderwechsel und Sendersuche ermöglicht.
- Probleme mit der Aufhängung durch nicht durchdachte SteckeranbringungBeim Design des Fernsehers wurde offenbar nicht durchdacht, dass er mit seiner Größe in den meisten Haushalten an die Wand kommt. Anders kann ich mir nicht erklären, dass der Stromanschluss von einer montierten VESA-Halterung abgedeckt wird Stecker mit den meisten Wandhalterungen inkompatibel ist oder zumindest sehr viel Gepfriemel erfordert!
- Problem: Nicht-parallele TonausgabeUm auf den Ton der Heimkinoanlage umzuschalten, muss ich über Smart-TV und die Einstellungen gehen. Der Ton wird nicht automatisch ausgegeben oder wenigstens umgeschaltet. Außerdem können Lautsprecher und Digitalton nicht parallel angelassen werden, weshalb beim Umschalten immer kurz Ton fehlt. Schade.
Wozu
ich nichts sagen möchte ist die 3D-Fähigkeit, da wir sie kaum
getestet haben. 3D kann sicher ab und an ganz nett sein, aber wir
verzichten aus Überzeugung sowohl auf die dreidimensionale Ausgabe
des normalen Fernsehbildes als auch auf 3D-BluRays.
Trotz
meiner Kritik bin ich insgesamt aber sehr zufrieden mit dem
Fernseher, weshalb ich ihm vier Sterne gebe.