Freitag, 15. Januar 2016

Review Oscar-Watching: Joy


Irgendwie fühlt sich Jennifer Lawrence für mich überlobt und überpräsent an. Mich stört, dass sie doch eher wenig neue Facetten in den Filmen zeigen muss, für die sie immer wieder nominiert wird, weil die David O. Russell immer wieder mit dem gleichen Team arbeitet und dem die Rollen auf den Leib zu schreiben scheint. Daher war ich sehr skeptisch zu Joy eingestellt, wollte ihn einfach nur weg haben aus der Oscar-Must-See-Liste. Dass ausgerechnet der Film beweist, dass und warum meine Prinzipientreue Sinn macht... nein, damit hab ich nicht gerechnet. 

Story
Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Joy Mangano, die sich mit Erfindungen, Verkaufen über QVC und ihrem unbändigen Kampfgeist und Überlebenswillen zur Millionärin gearbeitet hat. Joy erfindet nach einem Haushaltsunfall einen sichereren, waschbaren Wischmop und schafft es gegen alle Widerstände, diesen zigtausendfach zu verkaufen und ein Familienimperium zu gründen.



Fakten
Offizieller Filmstart in Deutschland: 31. Dezember 2015
Regie: David O. Russell
Hauptdarsteller: Jennifer Lawrence
Nebendarsteller: Robert De Niro, Édgar Ramiréz, Bradley Cooper, Virginia Madsen u.v.a.m.

Kritikpunkte
- Ich finde den Film schauspielerisch wenig anspruchsvoll, zumal es immer das gleiche ist, David O. Russell seine Filme mit den ständig gleichen Leuten dreht. Fast schon nervig will ich sagen.
- Als der Film zu Ende hätte sein können, ging er nochmal los, was sich erst in die Länge gezogen anfühlte, dann aber als gut gemacht erwies.
- Ich mag den Kamerastil in den Filmen von David O. Russell nicht, dieses zwangsweise alte und immer etwas orangestichige.

Pluspunkte:
* Ich mag eigentlich keine Biopics oder an realen Personen angelehnte Filme, weil es sie schon zuhauf gibt und sie oft plätschern. Joy zeigt, dass dem nicht so sein muss, und gibt einer spannenden Persönlichkeit ein Gesicht, setzt ihr ein Denkmal.
* Die Musik wurde sehr passend und atmosphärisch gewählt. Der Score ist zwar nicht neu, aber die Songs, allesamt Oldies, passen perfekt zu allen Situationen.
* Ich muss meine Vorverurteilungen zu J. Law. revidieren und sagen, dass sie Joy hervorragend verköpert, in allen ihren Situationen, ob Angst vor der Fernsehkamera, Entschlossenheit, Verzweiflung oder Glück, J. Law. spielt überzeugend und mitreißend.
* Der Film hat, im Gegensatz zu anderen des Regisseurs, ein gutes Tempo, braucht nicht zu lange, um zum Kern zu kommen, spielt diesen aber aus und zieht Szenen nie in die unerträgliche Länge.
* Ich hatte Spaß an den Blicken hinter die Kulissen von QVC, ob diese nun echt waren oder nicht.

Fazit
Joy ist ein Film, der mich gleich in mehrfacher Hinsicht überraschen konnte: beruht auf einer wahren Geschichte und hat mir dennoch Spaß gemacht und mich mitgerissen, hat mit Jennifer Lawrence eine gute Hauptdarstellerin und ist insgesamt ein sehr guter Film.
Ich gebe eine 8, imdb steht bei 6,7.


Was hier die Oscars angeht:
Jennifer Lawrence spielt sehr gut und ist mir deutlich lieber als die wirklich stets eintönig gleiche Cate Blanchett, bei der ich keinen großen Spielraum sehe. Es sind aber noch vier Filme offen. Momentan Jennifer Lawrence > Cate Blanchett.