Mittwoch, 8. April 2015

Review: Home



Home ist ein Animationsfilm, bei dessen Trailer du dich entweder sofort in Oh verliebst - oder du den Film so nervig finden wirst wie die Werbung. Die süßen Boov scheinen zu polarisieren, nicht umsonst werden sie stellenweise als Jar Jar Bings für Kinder bezeichnet ...

Story
Oh, der von seinen Mit-Boovs nicht sonderlich gemocht wird, weil er stets negativ auffällt und zu viele Fehler und Charakterschwächen hat, landet mit seiner Spezies auf der Erde. Die Boov, die seit Ewigkeiten auf der Flucht vor ihrem Erzfeind sind und dabei nun unsere Erde für sich einnehmen und die Menschen in Kolonien umsiedeln wollen, sehen sich mit uns Menschen und unseren facettenreichen Gefühlswelten konfrontiert. Oh ist der einzige, der das (aus eigener Not heraus) auch als Chance begreift und sich mit Tip, einem Menschenmädchen, anfreundet. Das ungleiche Paar versucht nun gemeinsam, nach Australien zu kommen - wenngleich aus unterschiedlichen Motiven. Natürlich verstehen sie dabei, was Freundschaft und Heimat wirklich ausmacht und wer hier wirklich der Böse ist ...

Fakten
Offizieller Filmstart in Deutschland: 26. März2015
Regie: Tim Johnson (für Dreamworks)
 Sprecher: Jim Parsons, Rihanna, Steve Martin, Jennifer Lopez und andere
 
Kritik
- Die Story ist doch sehr platt und vorhersehbar, Erwachsenen ist schnell klar, was bei den Boovs wirklich passiert.
- Die Zwangsumsiedlung, die ja eindeutig politische und kulturelle Kritik ist, hätte gerne mehr ausgebaut werden dürfen. Bis auf diese gibt es aber kaum Anspielungen und Referenzen fürs erwachsene Publikum.
- Die Musik passt zwar zum Film, ist aber nicht mein Ding und auch nur bedingt das, was ich in einem Kinderfilm erwarte (90% Rihanna, 10% J. Lo).
- Dreamworks erfindet mit Home das Animationsgenre nicht neu, erweitert es auch nicht, sondern legt einfach einen solide gezeichneten Film vor. Daher lohnt sich der Film auch eher nicht in 3D, denn man spielt einfach nur mit Höhen und Tiefen.

Pluspunkte
+ Die Story hat emotionale Höhen und Tiefen, es gibt sehr lustige, aber auch sehr traurige und nachdenklich machende Stellen.
+ Das, was die Story nicht bietet, macht Oh als süßer, herrlich "aspergerischer" und tollpatischer Protagonist wett, den man wie gesagt entweder lieben oder hassen wird.
+  Die Einfälle, die das Team rund um ihn, sein Weltverständnis und sein Verhalten hatte, sind sehr lustig geraten und machen einfach Spaß.
+ Was die Boov alles als nicht brauchbar ansehen und aussortieren, ist einerseits traurig, aber auch sehr witzig und vor allem nachdenklich machend.
+ Tip als erste dunkelhäutige Protagonistin eines Animationsfilms muss auch erwähnt werden, zeigt ihre Geschichte doch die sehr emotionale Seite des Films.
+ Oh wird von Jim Parsons gesprochen, der erstens extrem gut zum Charakter passt und zweitens seine Rolle super macht. Home ist damit ein Muss für Parsons-Fans.

Fazit
Ich gehöre zu den Zuschauern, die sich sofort in Oh verliebt haben und den Film absolut sehenswert finden. Allerdings fehlen mir auch Entwicklungen in der Story, daher gebe ich 8. Ich werde Home definitiv öfter sehen, weil er so süß ist.