Freitag, 19. Februar 2016

Rezension: The Hateful 8



Tarantino gehört vor allem für Andreas zu den Must Sees, egal welcher Film. Ich gehe mit und fand die Filme - bisher - auch nicht so schlecht.

Wir waren sogar in der Roadshow-Version, sind dafür extra in eines der vier einzigen Kinos in Deutschland gefahren, die noch 70 mm auf Filmprojektoren zeigen, in die Schauburg Karlsruhe. Roadshow-Version bedeutete in dem Fall mit Ouvertüre, Pause und etwas mehr Szenen, etwas mehr Filmdauer. Die Schauburg hat zudem eine gekrümmte Leinwand, sodass man etwas mehr im Geschehen ist - und richtig günstige Preise für Essen und Trinken!

Story

Ein Headhunter, seine Gefangene und einige Weggefährten suchen während eines Blizzards Schutz in einer Hütte. Was sie nicht wissen: Jeder von ihnen hat etwas zu verbergen, jeder könnte eine tödliche Gefahr für jeden anderen sein... 

Fakten 

Offizieller Filmstart in Deutschland: 28. Januar 2016
Regie: Quentin Tarantino
Hauptdarsteller: Samuel L. Jackson, Kurt Russell
Nebendarsteller: Jennifer Jason Leigh, Michael Madsen, Bruce Dern...

Pluspunkte

+ Samuel L Jackson (ich möchte behaupten, dass er einer der dunkelhäutigen Oscar-Snubs ist!)
+ Die Grundidee gefällt mir, wie sich die Darsteller in der  Hütte eingeschlossen wiederfinden und nicht wissen, wer was zu verbergen hat und ihnen gefährlich werden könnte
+ da es wenig verschiedene Schauplätze, sehr lange Kameraeinstellungen und insgesamt wenig Raum braucht, wäre The Hateful 8 als Theaterstück geeignet
+ Teile des großen Ganzen, des Twists, waren nicht vorhersehbar
+ Der Score ist der beste dieses Jahr, ob nun die Instrumentals von Ennio Morricone oder die zusätzlich ausgewählten Songs oder beides als Kobination

Kritik 

- In der ersten Hälfte des Films ist praktisch nichts passiert außer dass die Darsteller in einer wackelnden Kutsche auf dem Weg zur Kabine langweilige Gespräche führten (Andreas meint zwar, dass sie die Story durchaus voranbrachten und es sonst Trademark von Tarantino ist, dass Gespräche geführt werden, die nichts mit dem Geschehen zu tun haben, aber ... nein.)
- Dafür war die zweite Hälfte mit Extremkotzen etc völlig übertrieben, Tarantino fand keine Mitte
- Channing Tatum sah schon besser aus
- Wenn eine Rolle so eindeutig für Christoph Waltz geschrieben wurde, sollte er sie auch spielen. Ich weiß nicht, warum er das nicht macht, aber es war unstimmig.
- Zu viele offene Fragen - weiß wegen Spoiler (Wie, wann und durch wen starb Sohn des General, ist Daisy wirklich böse, ist der Sheriff wirklich der Sheriff, warum gibt's den Brief von Lincoln doch? 

Fazit

Ich fand den Film schrecklich, ich hatte vor der Pause sogar überlegt, nicht wieder ins Kino zu gehen - und hätte damit nichts verpasst. Aber der Besuch in der Schauburg war schon was besonderes!
Ich kann nicht mehr als eine 4 geben, die 8 von imdb ist mir unverständlich.
Andreas fand den Film nicht schlecht. 

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Bedeutung für die Oscars:

Jennifer Jason Leigh als Nebendarstellerin: Da ich sie nicht in anderen Rollen kenne kann ich nur sagen, dass ich sie überzeugend fand. Aber nicht so facettenreich wie Kate Winslet.
Kae Winslet > Alicia Vikander > Jennifer Jason Leigh

Kameraführung: Nachdem Birdman 2015 für lange Kameraeinsellungen gewonnen hat kann mich Hateful Eight damit nicht so überzeugen, daher:
Sicario > Mad Max > The Revenant > The Hateful 8

Score: Der beste, den ich dieses Jahr bisher gehört habe, ohne Zweifel. Daher kann es nur heißen:
The Hateful 8 > Bridge of Spies > Sicario