Spotlight fiel mir schon mit dem Trailer auf, weil ich die Geschichte sehr wichtig finde und hoffe, das der Film aufs Neue aufrüttelt und wachsam macht für Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.
Story
Spotlight zeigt uns die wahre Geschichte der Journalisten des Boston Globe, die gravierende, seit Jahren (Jahrzehnten) vertuschte Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche ans Licht brachten und damit eine weltweite Lawine auslösten und die katholische Kirche erschütterten.
Fakten
Offizieller Filmstart in Deutschland: 25. Februar 2016
Regie: Tom McCarthy
Hauptdarsteller:Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams
Nebendarsteller: Stanley Tucci, Liev Schreiber, John Slattery
Kritik
- Dass Mark Ruffalo und Rachel McAdams als beste Nebendarsteller ins Oscar-Rennen geschickt wurden, ist ein grundsätzliches Problem am System, ich sag's trotzdem wieder und wieder
- Spotlight ist mir fast zu leise erzählt, ich bin ein schnelleres, emotionaleres Tempo gewohnt - dennoch ist das Tempo für die erzählte Geschichte genau richtig und wichtig so
- Drohungen und Versuche der Beeinflussung der Journalisten sollten deutlicher erzählt werden, mehr mit Charakteren machen, sie werden mehr oder weniger nur angedeutet, ich bin aber recht überzeugt, dass sie die realen Personen mehr beschäftigt haben, zum Teil waren das ja Freunde
- Man hätte noch mehr auf Einzelschicksale eingehen können statt Fokus auf Journalisten zu legen, hätte Film intensiver gemacht
=> aber natürlich ist das alles Absicht und sollte genau so erzählt werden, mehr Einzelschicksale kann Spotlight nicht erzählen, weil die Journalisten im Fokus stehen sollen
- Drohungen und Versuche der Beeinflussung der Journalisten sollten deutlicher erzählt werden, mehr mit Charakteren machen, sie werden mehr oder weniger nur angedeutet, ich bin aber recht überzeugt, dass sie die realen Personen mehr beschäftigt haben, zum Teil waren das ja Freunde
- Man hätte noch mehr auf Einzelschicksale eingehen können statt Fokus auf Journalisten zu legen, hätte Film intensiver gemacht
=> aber natürlich ist das alles Absicht und sollte genau so erzählt werden, mehr Einzelschicksale kann Spotlight nicht erzählen, weil die Journalisten im Fokus stehen sollen
Pluspunkte
+ Trotz meiner Kritik am Erzähltempo und Fokus sind das Festhalten an beiden Pluspunkte von Spotlight, weil sie den Film stark und intensiv machen
+ und an und für sich erzählt Spotlight wirklich eine sehr intensive, nachdenklich machende Geschichte, zu der man sich selbst Fragen stellen muss (wie würde ich auf einen vermutlichen Pädophilen in meiner Nachbarschaft reagieren, wie kann eine so viele Menschen betreffende Geschichte verheimlicht werden, wie ist Religion in meinem Leben, meiner Familie integriert?)
+ und an und für sich erzählt Spotlight wirklich eine sehr intensive, nachdenklich machende Geschichte, zu der man sich selbst Fragen stellen muss (wie würde ich auf einen vermutlichen Pädophilen in meiner Nachbarschaft reagieren, wie kann eine so viele Menschen betreffende Geschichte verheimlicht werden, wie ist Religion in meinem Leben, meiner Familie integriert?)
+ emotionaler und intensiver wird Spotlight durch das Einbeziehen des persönlichen Lebens der Charaktere in die Geschichte
(einer der Priester wohnt in Nachbarschaft; Journalist war
im Hockey-Team und hatte einfach Glück nicht missbraucht zu werden, alle
stellen sich Glaubensfragen)
+ dennoch kommt der Fokus nicht durch zu viele persönliche Episoden der Journalisten und zu viele weitere handelnde Charaktere außerhalb Opfer, Anwälte, Kirche und Journalisten durcheinander
+ Mark Ruffalos Wutausbruch (er bat Mike Rezendes dafür, ihn beim Schreien beobachten zu dürfen)
+ heftige Schlussszene: alle Telefone bei Spotlight klingeln seit Stunden... Opfer!
+ Mark Ruffalos Wutausbruch (er bat Mike Rezendes dafür, ihn beim Schreien beobachten zu dürfen)
+ heftige Schlussszene: alle Telefone bei Spotlight klingeln seit Stunden... Opfer!
+ Auflistung der Missbrauchsskandale weltweit am Ende sorgt für nachdenkliche Stille
Fazit
Spotlight ist ein ruhiger, leiser Film, der sich voll und ganz auf die Arbeit der Journalisten konzentriert und an die Missbrauchsskandale erinnert. Das macht ihn zu einem wichtigen Film, er muss gezeigt und bekannt werden. Aber ob Spotlight der beste Film des Jahres ist? Nach meinem Geschmack nicht, wenn dann aufgrund Erzählfokus, Cast und Bedeutung.
Ich gebe eine 6 (imdb 8,2).
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Oscars
Bester Film: Spotlight ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Filme des Jahres und hätte dafür einen Oscar verdient, aber er ist insgesamt nicht der beste Film des Jahres.
Room > The Big Short > Spotlight > Bridge of Spies > The Revenant > The Martian > Brooklyn > Mad Max: Fury Road
Nebendarsteller: und immer noch unfassbar, dass Mark Ruffalo nur Nebendarsteller sein soll. Seine Leistung war solide und vor allem sein Wutausbruch überzeugend, aber weder als Haupt- noch als Nebendarsteller ist sie oscarwürdig.
Tom Hardy > Mark Ruffalo > Sylvester Stallone > Mark Rylance > Christian Bale
Beste Nebendarstellerin: Rachel McAdams ist auch falsch nominiert, dazu aber finde ich sie in ihrer Rolle nicht besonders, sie fällt weder positiv noch negativ auf.
Kate Winslet > Alicia Vikander > Mara Rooney > Jennifer Jason Leigh > Rachel McAdams
Regie: Ich finde die Regieleistung für Spotlight wenig auffällig, also auch solide.
Adam McKey > Alejandro G. Iñárritu > Lenny Abrahamson > George Miller > Tom McKay
Original Drehbuch: Wie oben schon geschrieben wurde der Film auf eine Art geschrieben, mit der er zu überzeugen und den Fokus stets zu behalten weiß.
Inside Out > Spotlight > Bridge of Spies > Ex Machina > Straight Outta Compton
Film Editing: Dieses Jahr sind so viele Filme für ihr besonderes, künstlerisch anspruchsvolles Fim Editing nominiert, dass ich Spotlight nicht herausragend finde.
The Big Short > The Revenant > Star Wars 7 > Spotlight > Mad Max: Fury Road