Auf die Ice Bucket Challenge, die leider so sehr überhypt wurde, dass ihr wichtiger Sinn verloren ging, dass viele Beteiligte gar nicht mehr wussten, worum es ging, und die Idee, auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam zu machen, nicht mehr wichtig war ...
Folgte auf Facebook die BookBucketChallenge, bei der die zehn Bücher genannt werden sollen, die einen am meisten geprägt, beeindruckt oder inspiriert haben. Natürlich verfolgt auch sie einen wichtigen Zweck: Die Initiatoren und Beteiligten wollen auf die Bedeutung des Lesens aufmerksam machen und zeigen, dass Lesen für sie im Leben eine wichtige Rolle spielt.
Mir gefällt die Idee sehr gut, daher beteilige ich mich gerne. Aber ich gehe einen Schritt weiter als andere und nenne nicht nur die zehn Bücher, sondern begründe auch, warum sie auf der Liste stehen, und erzähle, wie sie in mein Leben traten.
Die Bücher meines Lebens sind - in alphabetischer Reihenfolge:
Vorab noch eine Anmerkung: Ich habe überlegt, die Bücher aus meiner Kindheit und Jugend, die mich bis heute begleiten, in diese Liste aufzunehmen. Aber ich muss mich auf zehn Bücher beschränken und könnte weder bei den Büchern von Berte Bratt (allen voran die Geschichten um die Zwillinge Senta und Sonja) noch bei Professors Zwillinge von Else Ury das eine beste Buch benennen.
Das unendliche Licht
2006, Kielurlaub mit Andreas: Wir besuchen eine Buchhandlung. Beim Bummeln und Stöbern fällt mir der wunderschöne lila Einband dieses Buches ins Auge. Ich setze mich, lese rein - und lasse das Buch erst wieder los, als ich es durchgelesen habe (okay, mal abgesehen vom Kaufen und Zurückfahren).
Das unendliche Licht begründet mein - bis dato - unendliches Interesse an Fantasy-Büchern von Thomas Finn, den ich in den Folgejahren via Social Media etwas besser kennenlernen durfte, weil er sich über seinen begeisterten Fan freute ...
Ich habe zwar bei weitem nicht jedes Buch von Thomas Finn, einige sind mir zu sehr Horror oder DSA, aber alle, die ich habe, habe ich begeistert gelesen. Und geliebt.
Sehr gut finde ich, dass ich mit Thomas Finn noch etwas über die deutsche Sagen- und Legendenwelt lernen kann, denn als Fantasyautor schafft er es immer, seine Leser über die deutschen Schauplätze, regionale Besonderheiten und Geschichten zu informieren, ohne dabei langweilig zu sein.
Der Übergang
Wie es ein Buch, das ich wirklich und ehrlich grausam fand und nicht ganz gelesen habe, auf diese Liste schafft?
Es war der erste Artikel, den ich jemals von VINE bekommen habe :-) Und das ist auch der einzige Grund, den Übergang auf diese Liste zu packen...
Fishermans Friend in meiner Koje
2002, Urlaub in Hamburg: Wir besuchen einen Segelladen, den Andreas als Tipp für Modellbauer gefunden hatte. Ich bin absolut nicht schiffsbegeistert, war eher genervt ... bis ich das Bücherregal entdeckte, in dem auch Schiffsbücher für Frauen standen. Schnell war es um mich geschehen und während sich Andreas noch im Laden umsah, hatte ich die ersten Kapitel gelesen.
Seit damals sind die Bücher von Kerstin Gier ein Must Have für mich, auch wenn ich immer noch keinen Palstek knoten kann.
Fishermans Friend gehört aber nicht zu meinen Lieblingsbüchern von Kerstin Gier. Meine Favoriten von ihr sind Lügen, die von Herzen kommen, Für jede Lösung ein Problem und Ein umoralisches Sonderangebot,. Empfehlenswert sind aber alle Romane von ihr - die Fantasy ist auch extrem gut, aber nicht so toll wie die von Thomas Finn. Sorry ;-)
Ich hasse dich - verlass mich nicht
Ist das Sachbuch, das mich eine Zeit lang am besten beschrieb, mich mir selbst und meiner Wahlfamilie erklärt. Ohne das Buch wäre es viel schwerer gewesen, 2008 mit der Diagnose klar zu kommen. Klar, dass es daher zu den wichtigsten Büchern gehört.
Les Misérables
Das zweite Buch auf der Liste, das ich nicht gelesen habe. Ich konnte einfach nicht mehr, weil mir weder der Schreibstil noch der sehr langatmige Inhalt gefällt. Und dennoch muss Les Mis hier stehen, denn das Musical hat mein Herz im Sturm erobert. Für kein anderes Musical, das mir als Film begegnete, wäre ich nach London gereist ...
Was Claude-Michel Schönberg (Musik) und Alain Boublil (Libretto) aus dem literarischen Stoff gemacht haben, ist das beste und emotionalste Musical, das ich je gesehen habe.
Shades of Grey
Gehört zu den Büchern, die mich absolut überrascht haben. Als das Buch 2011 raus kam, habe ich natürlich sofort davon gehört, mich aber ebenso schnell dagegen entschieden. Denn ich wollte keine Erotikliteratur lesen, auch nicht, wenn sie auf einer FanFic zu Twilight basiert, das ist schlichtweg nicht mein Genre.
Und dann ... kam der Trailer, gesehen im September 2014, sofort begeistert und angesprochen gefühlt. All die Jahre der Verweigerung weg, dieses Buch musste ich lesen. Und ich hab's nicht bereut, im Gegenteil konnte ich die Trilogie nicht so schnell lesen, wie ich wollte, weil wir im Urlaub waren und ich da nicht ständig lesen kann ...
Fifty Shades ist eine intensive Trilogie, die viel zu sehr auf die Erotik fixiert wird. Warum spricht keiner von dem tiefgäng kreativen Stil, mit dem uns E. L. James in die vielen Facetten von Christian Grey mitnimmt, den ich als Borderliner bezeichnen würde (übrigens nicht nur ich, auch bekannte Psychologen, die sich mit Charakteren aus Buch und Film befassen). Oder von der Spannung, die die Autorin über alle drei Bücher aufzubauen und zu halten versteht? Schade, denn das schreckt wahrscheinlich viele ab, die sonst begeistert vom Buch wären.
Für mich ist Shades viel besser als Twilight und, ja, als auch The Host und gehört zu den wichtigsten Büchern, die ich besitze. Klare Leseempfehlung!
The Host
Habe ich gefunden, als ich Twilight ausgelesen hatte und auf der Suche nach neuen Büchern von Stephenie Meyer war. "Science Fiction für Menschen, die keine SciFi mögen", so wurde es beschrieben. Schien also absolut was für mich zu sein. War's dann auch.
Und ein Grund, mich richtig über die ansonsten sehr gute und hilfreiche Filmkritik bei Quotenmeter aufzuregen, die zeigte, wie uninformiert manche Kinokritiker an ihren Job gehen. Ich habe selten ein Buch gelesen, das so viele verschiedene Welten so glaubwürdig aufbaut und erzählt wie es Stephenie Meyer in The Host geschafft hat.
Ich weiß nicht genau, wie oft ich The Host schon gelesen habe, auf jeden Fall veschlinge ich den Roman jedes Mal aufs Neue und finde es schade, dass es keine Fortsetzung gibt.
Twilight
November 2008, ein Kino bei Bad Grönenbach, ein Filmplakat "Wenn Liebe dich unsterblich macht, wie lange willst du leben?", Tanja fühlt sich seltsam und sehr emotional angesprochen. 9. Dezember, wieder zuhause aus der Klinik, Bänderriss, Buch her! Und so gingen dann die Weihnachtstage und Silvester dahin. Ob Andreas je vergessen wird, wie ich mit meinem verletzten Fuß ihn panisch nach Viernheim geschickt habe, weil ich das vierte Buch haben musste ... an Silvester, mitten im Einkaufsrummel?! Wie praktisch, dass unsere Silvesterfeier mit Alex und Eva wegen Blitzeis ins Wasser fiel ... Tja, nach einer Woche hatte ich die Bücher durch. Und fing nochmal von vorne an. Und immer wieder, bis heute circa acht Ma.
Die Filme finde ich übrigens eher schlecht, wie 90% aller Buchverfilmungen, weil sie weder die Stimmung noch meine Lieblingsszenen einfangen. Und dennoch habe ich sie schon zig Mal gesehen ...
Vergiftete Kindheit: Elterliche Macht und ihre Folgen
Wenn ein Buch eindeutig mein Leben verändert hat, dann dieses. Auch wenn es bei Amazon unter sexuellem Missbrauch gelistet wird, behandelt es jede Form von Missbrauch und seinen Folgen. Susan Forward gab mir die Kraft, die Fehler meiner Eltern zu sehen, statt mit den Schuldzuweisungen mir gegenüber zu leben, sie zu konfrontieren und 2009 sowie 2013 erfolgreich die Konsequenzen zu ziehen.
Ich habe dank Susan Forward den wichtigsten Schritt meines Lebens gemacht und mich, natürlich mit seelischer Unterstützung meiner Wahlfamilie und Therapeuten, von meiner Ursprungsfamilie und ihrem missbrauchenden Verhalten losgesagt. Deshalb werde ich die Vergiftete Kindheit wohl immer als das wichtigste Buch meines Lebens bezeichnen.
Wicked: Life and Times of the Wicked Witch of the West
Ein Buch, das ich nie in der Hand hielt, findet sich unter den zehn Büchern meines Lebens? Ja, und da gehört es hin. Denn auch hieraus wurde ein Musical gemacht, das mein Leben beeinflusst hat. Ohne Wicked, Elphaba, Defying Gravity und Willemijn Verkaik wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Ich weiß nicht, wie ich ohne mein Seelenmusical die harte Zeit Trennung von meinen Eltern (mit Drohungen und Nervenzusammenbrüchen ...) überstanden hätte. Wicked ist mein Lebensanker - auch wenn ich heute sagen kann, dass "Defying Gravity" nicht mehr zu meinen Lebensliedern gehört, weil es duch "Let it go" ersetzt wurde, da snoch besser zu mir und meinem Leben passt - außerdem ist es ja auch ein Elphaba-Song. :-)