Die Geschichte des Kennenlernens von Andreas und mir, man könnte
sie in einem Satz zusammenfassen: Wir haben uns klassisch bei Freunden
kennen gelernt. Das würde aber nicht erklären, wie wir an genau
diesem Abend an genau diesem Ort landeten, obwohl das in unserer
Biografie eigentlich nicht vorgesehen schien, es würde nicht erklären,
was unsere Liebe zu der einen Liebe macht, die das Schicksal für den
Menschen vorgesehen hat, zu der einen einzigen großen Liebe im Leben...
Und es ist so, wie in "Weil es Dich gibt", einem unserer Lieblingsfilme:
"Das
Leben besteht nicht nur aus einer Reihe unwichtiger Ereignisse oder
Zufällen sondern viel mehr aus einem Zusammenspiel von Begebenheiten,
hinter denen ein übergeordneter Plan steht!"
Andreas ist Ende Februar 1978 geboren.
Schon im Grundschulalter entwickelte er den ersten Schritt auf seinem Lebensweg hin zu unserer Beziehung: Eine starke Lebensmittelallergie gegen Erbsen und Erdnüsse! Warum die wichtig ist, werde ich später verraten.
Schritt 2 machten seine Eltern und Lehrer: Man überredete ihn, Mathematik statt Maschinenbau zu
studieren nach dem Abi, weil Ingenieure sehr schlechte
Zukunftsaussichten hätten und Maschinenbau nicht in der Nähe angeboten wurde.
Schritt 3 geht zurück auf die
Allergien: Andreas konnte dem Wehrdienst entgehen, weil die Allergien in
der Bundeswehr wegen des Standardessens lebensgefährlich gewesen wären,
er konnte ein Jahr früher als andere und damit mit einem Jahr älteren
Studienkollegen zur Uni.
Und so ereignete sich Schritt 4:
Das Grundstudium an der Mannheimer Universität erfolgte für Mathematiker
und Wirtschaftsinformatiker gemeinsam. Ganz mein Mann, freundete er
sich dort mit den Intelligenzköpfen an, unter Anderem mit Sören. Der ihn
drei Jahre später zu seinem Geburtstag einlud, wie jedes Jahr.
Ich wurde am 6. Juli 1982 geboren.
Meilenstein eins auf der Liste meines Lebenslaufes hin zu Andreas:
Eine Woche zu früh, wie meine Mutter immer sagte. Und obwohl ich
hochintelligent war und alle Erzieherinnen meinen Eltern dringend
rieten, mich mit knapp 6 Jahren als Kann-Kind einschulen zu lassen,
weigerten die sich mit genau dieser Begründung. So wurde ich mit sieben
Jahren eingeschult.
Meilenstein zwei kam in der vierten Klasse:
Ich wollte, wie alle meine Freundinnen, von denen ich sowieso zu wenige
hatte, auf die Hauptschule gehen. Natürlich erlaubte man mir das nicht
(und dafür bin ich heute auch dankbar, ich war viel zu intelligent für
die Hauptschule!), nicht nur meine Eltern, auch meine Lehrer wollten
davon nichts hören und schickten mich aufs Gymnasium im Nachbarort.
Meilenstein drei auf meinem Weg zu Andreas
trug sich einige Jahre später, in der zehnten Klasse, zu: Ich hatte
mich bei den Projekttagen für ein Projekt entschieden, weil meine
gesamte Klasse dort nicht hin wollte. Nicht unbedingt aus großem
Interesse, sondern weil ich so wenigstens drei Tage lang meine Ruhe
hatte vor deren Mobbing. Improvisationstheater.
Der Projektleiter,
Sören, war sehr nett zu mir, es war lustig mit ihm... und wie kann es
anders sein bei einem vernachlässigten Kind? Ich verknallte mich in ihn!
Ich glaube nicht, dass er das jemals wusste, aber
das führte zu Meilenstein vier:
Ich schloss mich der Theatergruppe, in der Sören spielte, an. Und fuhr
fortan ein Mal die Woche zur Probe. Wie alle Theaterkollegen und obwohl
ich mich außer mit ihm mit niemandem dort verstand, wurde ich zu Sörens
Geburtstagsfeier eingeladen.
Meilenstein fünf war das
gekaufte Geschenk, denn eigentlich wollte ich da nicht hin, was sollte
mich dort denn schon erwarten... Aber, nun gut, ich fuhr halt, weil ich
niemanden wüsste, dem ich das Buch hätte geben sollen.
Im Mai
2000, ich muss gestehen, dass ich den Tag nicht mehr genau weiß, begab es sich also, dass Tanja
und Andreas zum Geburtstag eines Bekannten fuhren... und sich dort ihr
Leben für immer verändern sollte...
Ich wusste damals nicht so recht, wo ich mich hinsetzen sollte -
zu meinen Theaterkollegen wollte ich auf keinen Fall, also fragte ich
höflich bei der großen Gruppe nett und unbekannt aussehender Studenten,
ob ich mich dazusetzen dürfe.
(Unbekannte Menschen, das war
damals gut, die hatten noch nicht mitbekommen, was ich alles so
angerichtet hatte in Schule, Ort und mit angeblichen Freunden. Wie
gesagt, ich war damals psychisch schwer daneben...
Heute weiß ich, was damals genau mit mir los war, dass man mir hätte helfen können ... aber das ist eine andere Geschichte. Was man wissen muss, ist, dass ich ADHS habe und definitiv damals schon hatte, mit allen negativen Folgen wie Außenseiterdasein ...)
Und es
wurde ein wirklich lustiger Abend mit den ganzen seltsamen Typen, die
hauptsächlich über Computer, Science Fiction und Studium redeten - ich
selbst war damals noch Schülerin und hatte keine (!) Ahnung von Computern...
Nett
war vor Allem Gerrit, mit dem ich mich "gut" unterhielt, insbesondere
nachdem ich von Alex' (ja, der Papa meines kleinen Sonnenscheins)
Rotwein probiert hatte und zum ersten Mal klar wurde, dass ich schon von
einem Schluck Alkohol so besoffen bin wie andere nicht von fünf
Gläsern. Wir sollen heftig geflirtet und über die besondere Nutzung von
Kerzenwachs und Eiswürfeln diskutiert haben *blush*
Ich weiß von nichts mehr, ich war so dicht *ggg*
Naja, so bleibt man den Menschen wenigstens in Erinnerung.
Und
als ich am nächsten Tag in deer Wanne lag, wurde mir klar, dass ich
einen von den Studenten gerne wiedersehen würde. Also fragte ich Sören,
ob er mir dessen Adresse geben würde - ich wollte ihm eine Karte
schicken. Zum Anrufen war ich damals viel zu schüchtern, aber Karten,
die fand ich süß und hatte auch eine witzige Karte gekauft mit einem
Golden Retriever drauf, der eine Rose im Mund hielt.
Erstmal tat sich... gar nichts... Der Angebetete meldete sich nicht...
Eines
Abends, gute drei Wochen nach Versenden meiner Karte, stand ich unter
der Dusche, als meine Mutter und meine Schwester angerannt kamen "Tanja,
komm schnell, da ist ein Professor am Telefon für Dich!" Hä? Ein
Professor? Was will denn ein Professor von mir?!? Ans Telefon bin ich
und fand schnell heraus, dass Andreas der Professor war *g* Er war so
aufgeregt vor seinem Anruf, bekam die Karte übrigens als er im Urlaub
auf Kreta war, dass er sich tagelang nicht getraut hatte und an diesem
Abend sehr erwachsen-aufgeregt klang.
Tut er manchmal immer noch, mein kleiner Professor ;-)
Wir
verabredeten uns für den 18. Juni, er wollte mich am Bahnhof abholen
und wir dann zusammen ins Kino gehen. Aber
im Laufe des Nachmittags traf uns Amors Pfeil mitten in die Herzen und
wir wussten, dass wir uns wollen. Ich hatte mich verliebt, nicht zum
ersten, aber zum letzten Mal - für ihn begann die erste und letzte
Beziehung seines Lebens.
Ich liebe Andreas. Er
ist mein Schicksal, meine einzige wahre große Liebe. Der Mensch, für den
ich bestimmt war. Der Mensch, der mehr zu meinem Leben gehört als jeder
Andere und der einzige Mensch, für den ich alles aufgeben und ihm
überall hin folgen würde! Meine große Liebe. Der (manchmal sehr stürmische) Hafen meiner Seele.
Jeder Mensch begegnet einmal dem Menschen seines Lebens, aber nur wenige erkennen ihn rechtzeitig. (Gina Kaus)