Tja, The Croods ist ein typischer Film für uns: Ich wollte im Kino rein, Andreas nicht so wirklich, außerdem war er nicht in der OV zu bekommen. Nic Cage, der einzige Schauspieler, dessen deutsche Synchronstimme besser ist als das Original und dem wir seine Rolle absolut nicht zutrauten, war aber auch kein schlagkräftiger Grund, von der OV-Regel abzuweichen. Also ging's nicht in den Film. Wirkte auch nach einer guten Entscheidung, nachdem immer mehr Kommentare nach dem Motto "sehr alberner Film" eintrafen. Dann die Oscar-Nominierung. Ich hatte nach den vielen negativen Berichten plus Nic Cage kein gutes Gefühl dabei, den Film sehen zu müssen ... aber selbst gemachte Regeln sind selbst gemachte Regeln. Also BluRay gekauft, Film gesehen.
Und ... Déjà-Vu erlebt.
Die Story
In einem Bezug auf das Höhlengleichnis Platons muss sich eine Steinzeitfamilie, eben die Croods, aus ihrer Höhle heraus und in Abenteuer wagen, nachdem ihre Heimat zerstört wird. Auf ihrer Reise in ihre Zukunft werden sie von Guy, einem intelligenten Höhlenjungen begleitet, der ihnen die Moderne in Form von Feuer und Schuhen zeigt. Vor allem für den Vater, Grug, wird die Reise zur Herausforderung, denn er muss lernen, dass seine Muskeln und die Einstellung, immer Angst zu haben, nicht die Lösung für jedes Problem sind.
Ob er lernt, mit Risikobereitschaft, Cleverness und Liebe sich und seine Familie zu retten und sie um Guy zu erweitern?
Die Fakten
offizieller Filmstart in Deutschland: 21. März 2013
Filmdauer: 98 min
DreamWorks Animation Studios
Hauptsprecher: Nicolas Cage, Ryan Reynolds, Emma Stone
weitere Stimmen: Catherine Keener, Clark Duke, Chris Sanders
Kritikpunkte:
* Andreas hat gestöhnt, weil der Film doch mehrfach unrealistisch war und Fehler enthielt.
Aber ich finde, dass ein Film, der Phantasietiere als Nebenrollen hat und sich selbst so wenig Ernst nimmt, nicht unrealistisch sein kann. Und nenn mir mal nen realistischen, glaubwürdigen Animationsfilm - auf Andreas' Antwort warte ich immer noch ...
* Animationsfilme kommen, das beweist The Croods, ohne Musik aus. Ich hätte mir aber an ein, zwei Stellen etwas mehr musikalische Untermalung gewünscht, beispielsweise beim Sternengucken.
* Der Liebesgeschichte hätten die Autoren gerne mehr Raum geben können, die wurde mir zu wenig behandelt.
* The Croods kann nicht mit grandioser Animation überzeugen, wie es dem für mich größten Oscar-Konkurrenten Frozen gelingt. Die Animation ist solide und gut gemacht, aber nichts Neues.
Pluspunkte:
* Zwar bringt die Animation keinen Wow-Effekt, dafür ist aber die Story innovativ. Hier wird nicht eine altbekannte, zigfach durchgekaufte Story neu verpackt, hier wurde wirklich eine neue, natürlich aber an Bekanntes angelehnte, Geschichte erfunden. Ein riesiger Pluspunkt!
Ja, okay, die Familienkonstellation ist nicht neu, aber das, was draus gemacht wird ...
* Ich mag die sehr emotionale Geschichte um Risikobereitschaft, Offenheit für Neues und Liebe. Das hat mich wirklich berührt - und daher konnten die Croods viele Emotionen aus mir rauskitzeln. Ich hab mitgefiebert, mitgeweint, mitgelacht ...
* The Croods beeindruckt mit einer Sammlung an witzigen Ideen. Von Popcorn-Feuerwerk über unglaubliche Tierschöpfungen (Piranha-Vögel, Papageien-Monster) bis hin zu den Erfindungsversuchen Grugs, in denen natürlich unersetzliche Gadgets unserer Zeit (Snapshots, Sonnenbrillen, Fahrstühle) veralbert werden.
* Auch so manche Sprüche sind unvergesslich, beispielsweise die Erklärung, warum die Croods kein Haustier brauchen ... sie haben ein Baby ...
* Die Sprecher passen sehr gut in ihre Rollen, auch Nic Cage macht Spaß. Wäre ich fies, ich würde sagen, dass er noch nie so gut besetzt wurde.
* Der erste Film mit Beteiligung von John Cleese (hier als Autor), der mir richtig gut gefallen hat.
Fazit
The Croods ist nicht der beste Animationsfilm der letzten Jahre, weil er nicht mit herausragenden Animations-Ideen überzeugen kann. Ein liebenswerter, wunderschöner Animationsfilm ist The Croods aber. Und er zeigt uns, dass Animation und Musik nicht zwangsläufig zusammengehören muss, wenn der Film seinen Fokus auf kreative Ideen, Witz und Innovation setzt.
Von mir gibt's eine 9,5.
Filmcharts 2013
Dallas Buyers Club 6
Blue Jasmine 6,5
the Wolf of Wall Street 8
The Croods 9,5
- übrigens: ich setze meine Filmcharts künftig aus allen zum ersten Mal gesehenen Filmen zusammen (und seien sie noch so alt), trenne Ende des Jahres aber die Charts -