Dienstag, 25. Februar 2014

Review: Nebraska


Ich war echt nicht glücklich mit meinen eigenen Prinzipien, als klar wurde, dass ich nicht um Nebraska rumkomme, wenn ich alle Oscarfilme sehen will. Ein Film, der nur fürs Alleinstellungsmerkmal in Schwarz-Weiß gedreht wurde, ein Roadmovie .. und dazu noch mit Bruce Dern, der aller Wahrscheinlichkeit nach für die Tarantino-Affäre verantwortlich ist?
Tja, nicht alle Prnzipien sind dazu da, umgangen zu werden, also Augen zu und durch...

Die Story
Als Woody Grant, ein verwirrter, ehemals alkoholabhängiger und sehr eigenbrötlerischer Rentner in seinem Briefkasten die Mitteilung findet, dass er 1 Million Dollar gewonnen hat, wenn er rechtzeitig beim Gewinnspielveranstalter ankommt, macht er sich zu Fuß auf nach Nebraska. Denn seine Frau will ihn nicht fahren, weil für sie klar ist, dass das nur eine Werbemaßnahme, eben kein echter Gewinn, ist.
Weit kommt er aber nicht, denn schon nach wenigen Metern greift ihn die Polizei auf und sein Sohn, David, bringt ihn von dort nach Hause. Das Spiel wiederholt sich noch zwei Mal, was Woodys als Kinder von ihm vernachlässigte Söhne und ihre Mutter zur Überlegung veranlasst, Woody in ein Heim zu geben,.
David entscheidet sich letztlich aber doch und entgegen jeder Vernunft, mit seinem Vater nach Nebraska zu fahren. Nicht unbedingt, um ihm den nicht vorhandenen Gewinn zu sichern, sondern um mal aus der Stadt rauszukommen, in der er derzeit nur Liebesprobleme hat.
Unterwegs kommen sich Vater und Sohn nicht nur näher, David erfährt auch einiges über die Vergangenheit seines Vaters, die es jetzt aufzuräumen gilt ...
 
Die Fakten
offizieller Filmstart in Deutschland: 16. Januar 2014
Filmdauer: 115 min 
Regisseur: Alexander Payne
Hauptdarsteller: Bruce Dern, Will Forte
Nebendarsteller: June Squibb, Bob Odenkirk u.a.

Was mir nicht gefallen hat
- Dass der Film in Schwarz-Weiß gedreht und gezeigt wird, um ein Alleinstellungsmerkmal zu haben, ist meiner Meinung nach kein gutes Argument, zumal ein Roadmovie wirklich besser in Farbe kommt und das Schwarz-Weiß nicht künstlerisch hochwertig eingesetzt wird
- An einigen Stellen ist der Humor zu trocken oder zu platt für meinen Geschmack
- Am Ende bleibt für mich eine Frage offen,  die mir wichtig war (Sohn und Beziehungen). Schade.

Was ich gut fand
* Nebraska ist an sich eine sehr schön erzählte Geschichte über Väter und Söhne, Eltern und Kinder und wie mit Alter und Reife eine Annäherung möglich ist. Zwar halte ich die Aussage für unrealistisch, denn eine Annäherung ist eben nicht immer möglich, aber hier fand ich sie schön und bewegend.
* Die gezeigte Landschaft ist wunderschön, auch in Schwarz-Weiß, zumal die Kamera auf einigen Einstellungen recht lange verharrt, beispielsweise auf Feldern und Maschinen.
* Sowieso gefällt mir die unaufgeregte Kameraführung auch hier wieder sehr gut.
* Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, haben Tiefgang und werden und nicht stereotyp erzählt
* Manchmal hat der Film einen zwar vorhersehbaren, aber sehr bestechenden, lustigen Humor.

Mein Fazit
Nebraska ist der beste Roadmovie, den ich bislang gesehen habe, was nicht zuletzt an der eher untypischen Geschichte liegt. Dass der Film in Schwarz-Weiß gezeigt wird, ist für mich in diesem Fall aber ein Kritikpunkt, weil die Argumente dafür unzureichend sind und einem Roadmovie wie diesem Farbe gut tut. Von mir gibt's eine 7,5.
 
Filmcharts 2013
12 Years a Slave 2
RoboCop (1987) 3 
RoboCop (2014) 4 
Dallas Buyers Club 5
August: Osage County 5  
Blue Jasmine 6,5 
Nebraska 7,5
American Hustle 8
Ender's Game 8 
the Wolf of Wall Street 8 
Philomena 9 
The Croods 9,5