Ernest und Celestine ist ein gleich in zwei Punkten außergewöhnlicher Film für mich: Erstens habe ich ihn freiwillig in der deutschen Synchronfassung gesehen, weil ich schlichtweg kein Französisch kann, zweitens bin ich sehr froh, dass ich den Film wegen der Oscars schauen musste, denn er ist wirklich zauberhaft.
Die Story
Ernest ist ein Bär, Celestine eine kleine Maus. Ihren Tierarten wurde über Generationen Angst vor denen da oben (die Bären) bzw denen da unten (die Mäuse) eingeschärft, denn Bären fressen Mäuse und Mäuse fressen den Bären alle Nahrungsmittel weg. Deshalb darf man sich nie einem wachen Bären nähren und nie eine Maus ins Haus lassen ... Aber es gibt einen Annäherungspunkt zwischen Bären und Mäusen: Alle Mäuse wollen Zahnärzte werden - und die besten Zähne werden aus Milchzähnen der Bärenkinder gemacht - und die kleinen Mäuse bezahlen des Nachts gut für die Zähne, sagen sich die Bären. Ist ja auch kein Wunder: Die kleinen Mäuse werden dazu gezwungen, Zähne zu bringen. Auch unsere arme Celestine, die viel lieber malen will als Zahnärztin zu werden.
Dennoch sind die großen Bären sehr undankbar zu den Mäusen und haben sie Angst vor ihnen. So kommt es, wie es für unsere arme Celestine kommen muss: Ein Bär sieht sie in seiner Wohnung, schmeißt sie aus dem Fester ... und mitten in einen Mülleimer. Zum Glück rettet Ernest, ein armer, ausgestoßener Bär sie am nächsten Morgen. Aber mit nur einem Zahn gilt Celestine als Versagerin, die ihre Heimat verliert. Und so entsteht die tiefe Freundschaft zwischen Ernest und Celestine.
Aber für zwei so ungewöhnliche Freunde, die jeweils nichts in der Welt des Anderen zu suchen haben, heißt es viele Abenteuer, darunter eine polizeiliche Verfolgung und einen schweren Brand, zu überstehen, bis sie vielleicht einfach nur sie selbst sein dürfen. Vielleicht.
Die Fakten
offizieller Filmstart in Deutschland: Film wird seit 2012 auf Festivals gezeigt
Filmdauer: 80 min
Regisseur:
Stéphane Aubier,
Vincent Patar
Sprecher: nicht rausgefunden, klangen sehr vertraut
Was mir nicht gefallen hat
- ab der zweiten Hälfte zieht sich der Film etwas, wirkt er stellenweise lieblos zusammengeschüttet. Das könnte jetzt daran liegen, dass es eine Verfilmung mehrerer Bücher ist, stört mich aber dann doch.
- Auch wurden mir etwas zu viele Geschichten angeschnitten, aber nicht zu Ende gedacht, beispielsweise die des kleinen Jungen, der später mal einen Süßwarenladen und ein Zahngeschäft erben wird, die jetzt seinen Eltern gehören, der aber eigentlich nur ein ganz normaler Junge sein und auch mal Süßes essen will.
Was ich gut fand
* Die metaphorische Geschichte einer ungleichen, aber wunderbaren Freundschaft zwischen "denen da oben" und "denen da unten" ist einfach wunderschön
* Ein echter Zeichentrickfilm, der aber sehr liebevoll gestaltet wurde und mich trotz seiner Schlichtheit verzaubert
* Es wurden einige sehr süße Ideen eingebracht, beispielsweise das Streichen des Lieferwagens, wie Celestine Ernest morgens weckt, Ernests Versuche, Geld zu verdienen, der Süßigkeitenladen ...
* Das Ende. Da Ernest und Celestine für Kinder gedacht ist, verrate ich nicht zu viel, wenn ich sage, dass der Film ein Happy End hat :-)
Mein Fazit
Ernest und Celestine ist wirklich ein zauberhafter, schlicht gehaltener Zeichentrickfilm, der sich seine Oscar-Nominierung und sogar den Preis, den er nicht gewinnen wird, mehr als verdient hat. Wer 80 min zauberhafte Kindergeschichten sehen will, die auch Erwachsenen gefallen, darf sich diesen Film nicht entgehen lassen. Da er aber leider nicht ohne Längen auskommt, muss ich hierfür etwas abziehen.
8 von 10.
Filmcharts 2013
12 Years a Slave 2
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RoboCop (2014) 4
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August: Osage County 5
Blue Jasmine 6,5
Nebraska 7,5
American Hustle 8
Ender's Game 8
Ernest et Celestine 8
the Wolf of Wall Street 8
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The Croods 9,5