Montag, 10. Februar 2014

Review: Ender's Game


Der Trailer sah, vor allem auch wegen der Besetzung, interessant aus, das Buch war sehr interessant zu lesen ... den Film konnten wir aber nicht im Kino sehen, weil der nicht in OV kam ... also mussten wir, mal wieder, auf die BluRay warten.

Eines vorweg: Ich versuche, den Film ohne Beachtung des Buches zu bewerten, denn als Buchverfilmung versagt Ender's Game auf ganzer Linie. 
Es gibt nicht nur sinnverändernde Auslassungen und Kürzungen, sondern auch gravierende Änderungen und idiotische Abweichungen vom Buch. Ohne zu spoilern kann ich dazu natürlich nur wenig sagen. Am Ende jubeln jedenfalls die Falschen und wird nicht deutlich, wieso das, was passiert, zum zweiten Buch führt, es fehlen die aufwühlenden Erklärungen der Aliens, es fehlen wichtige Entwicklungsschritte von Ender und urplötzlich haben Enders Eltern eine enge Bindung zu ihm. Wie gesagt: Als Buchverfilmung versagt Ender's Game in unseren Augen, wobei ich nicht verschweigen will, dass dieses Buch so stark in Ender's Kopf spielt, dass es auch nach Meinung des Autoren kaum verfilmbar ist, und dass einige wichtige Elemente, darunter die Kampfräume, erst im Film verständlich werden.

Die Story
Ender ist ein eigentlich verbotenes Kind, ein Third, geboren in einer Nachkriegswelt, in der jede Familie nur zwei Kinder haben darf. Dank eines Ausbildungsprogramms, das Kinder zu Kämpfern und Anführern in einem zweiten Krieg gegen die Aliens, die vor Jahrzehnten die Erde angriffen, machen soll, darf Ender aber geboren werden. Denn seine angeborenen Prägungen,die Mischung aus leidenschaftlicher Liebe und brutaler Kriegseinstellung, die seine Geschwister zeigen, sollen ihn, so die Hoffnung der Militärs, zum besten denkbaren Kämpfer machen. Und es kommt, wie es die Militärs erhofft haben: Ender zeigt sich als hervorragend geeigneter Schüler, sodass er schon im Grundschulalter seine Familie verlässt, um sich dem Ausbildungsprogramm anzuschließen. Völlig auf sich allein gestellt, von seinen Lehrern allein gelassen und den Schulkameraden aufgrund seines jungen Alters und seines Taltens verachtet, muss Ender lernen, zum besten Commander zu werden, den die Erde seit Mazer Rackham, der den ersten Angriff der Aliens zerschlagen konnte, gesehen hat. Nur eine hervorragende Kampfausbildung und Enders strategisches Geschick scheinen die Menschen vor einer Vernichtung durch die Aliens retten zu können.

Die Fakten 
offizieller Filmstart in Deutschland: 24. Oktober 2013
Filmdauer: 1014 min 
Regisseur: Gavin Hood
Hauptdarsteller: Asa Butterfield
Nebendarsteller: Harrison Ford, Hailee Steinfeld, Abigail Breslin, Ben Kingsley

Kritikpunkte
1. Der Film ist sehr hektisch geschrieben, es wird sehr durch die Ausbildung von Ender gehetzt, sodass Fragen offen bleiben. Warum ist Enders so schnell Teamleiter, wie viel Zeit vergeht für seine Ausbildung, warum ist das Team so gut und entwerfen sie ihre Ideen ad hoc? Und was sind die Spielregeln im Kampfraum? Aber auch die Frage, was auf der Erde passiert und warum die Schwester so wichtig ist, wird nicht beantwortet.
2.  Das Ende ist sehr unlogisch. Warum sind die Militärs traurig, die Kinder aber erfreut, obwohl noch gar nicht alle Karten auf dem Tisch liegen und die Militärs ihr Ziel erreicht haben?
3. Es gibt einige Fehler und Unklarheiten (die im Buch aber erklärt werden): Wieso findet die erste Schlacht in der Erdatmopshäre statt? Und warum können sich die Menschen nur mit Jets wehren? Was genau sind die Aufgaben von Graff und Anderson? Wie ist ihre Beziehung zu Ender?
 
Pluspunkte
1. Der Film ist sehr interessant aufgebaut mit mehren Spannungspunkten und einem sehr gut umgesetzten Höhepunkt kurz vor Ende des Films.
2. Die Besetzung gefällt mir sehr gut, denn die Schauspieler harmonieren gut zusammen, können gleichzeitig aber auch überzeugende Einzelleistungen abrufen.
3. Die ethischen Fragen, die Orson Scott Card mit Ender's Game aufwirft, kommen im Film nicht zu kurz, sondern wurden sehr gut einbezogen und emotional aufgeworfen.
4.  Die moderne Technik, sei es im Kampfraum oder mit den Tablets, ist oft genau so geworden, wie ich mir das aus dem Buch vorgestellt habe.
5. Die visual Effects sind so gut, dass ich mich frage, wo die Preisnominierungen für den Film sind. Grad im Vergleich mit Oscarnominierungen für The Lone Ranger, Star Trek oder gar Iron Man 3 muss sich Ender's Game nicht verstecken, im Gegenteil. Hier stimmen die Technikkategorien bei der Umsetzung von Computerspielen, bei den Kämpfen, bei der Nutzung moderner Anzeigetechniken ... einfach überall. 
 
Fazit
  Als Buchverfilmung ist Ender's Game, wie so ziemlich jede Buchverfilmung, absolut unzureichend, weil es zu viele Änderungen, Auslassungen und ssinnverändernde Umsetzungen gibt. Als Film aber kann Ender's Game mit einem guten Darstellerteam, interessanten visuellen Effekten und einer spannenden Umsetzung durchaus überzeugen.Von mir eine klare Sehempfehlung.
Ich vergebe 8 von 10 möglichen Punkten.
 
Filmcharts 2013
12 Years a Slave 2 
RoboCop (1987) 3
Dallas Buyers Club 6
Blue Jasmine 6,5
Ender's Game
the Wolf of Wall Street 8
The Croods 9,5