Montag, 28. Oktober 2013

Review: The Host


Ich geb's zu: Ich liebe die Bücher von Stephenie Meyer, weil sie romantisch, dabei aber sehr phantasievoll und spannend schreibt. Was interessiert es mich, ob sie die beste Autorin der Welt ist, wenn sie eine spannende, packende Geschichte um Charaktere aufbauen kann, die mir sympathisch sind? Mir ist die Story wichtiger. So kommt es, dass ich mich riesig auf die Verfilmung von "The Host" freute ...
Nur leider blieb es bei der seit Monaten anhaltenden Vorfreude, als der Film im Sommer in die deutschen Kinos kam. Kein einziges Kino im irgendwie erreichbaren Umfeld hat den Po hochbekommen, den Film in der OV in die Kinos zu bringen. Na vielen herzlichen Dank aber auch! Meine Überzeugungen wollte ich aber nicht verraten, schon gar nicht bei einem meiner Lieblingsbücher, weil ich die deutsche Übersetzung vorausahnte. Also musste ich noch länger warten.
Jetzt konnte ich den Film dank US-BluRay aber endlich, endlich sehen :-)

Die Story 
Wir befinden uns in der nahen Zukunft. Die Erde ist von Seelen, einer pazifistischen Spezies Außerirdischer, besetzt, die nicht aggressiv gegen uns Menschen auftreten würden und uns mit ihrer schieren Masse und ihrem unauffälligen Vorgehen überwältigen konnten. Sie haben unsere Erde eingenommen, weil sie nicht mehr mit ansehen konnten, wie wir uns gegenseitig und unsere Natur zerstören. Die Seelen, kleine, tausendfüßlerartige Wesen, werden in Menschen eingepflanzt, sodass die Wesen und der Menschenkörper weiterleben können. Womit die Seelen bei der Eroberung der Welt nicht gerechnet haben, sind unsere starken Gefühle, die sie so nicht kannten und die sogar sie zu überwältigen drohen. Auch wollen viele Menschenseelen nicht einfach aus ihrem Körper verschwinden und schaffen es, die ihnen eingepflanzten Seelen zu beeinflussen. Aus diesem Grunde wurde eigentlich verboten, Seelen in ausgewachsene Menschen einzusetzen.
Als aber Melanie, eine junge Frau, die ihren kleinen Bruder Jamie nach der Überwältigung ihrer Eltern über Jahre alleine durchbrachte, sie beide vor den Seelen schützen konnte und sich erst in den letzten Monaten in den ebenfalls unentdeckt lebenden Jared verliebte, gefangen wird, ändern die Seelen ihr Vorgehen. Denn die Sucher, sozusagen das FBI der Seelen, vermuten Melanie als Teil des menschlichen Widerstandes. Ihr wird Wanderer, eine königliche Seele, eingepflanzt. Wanderer ist eine besondere Seele, denn sie hat schon weitaus mehr eroberte Lebensformen kennengelernt als bei den Seelen üblich, weil sie nie den einen Planeten gefunden hat, auf dem sie leben wollte. Die Seelen glauben, dass Wanderer stark genug ist, um mit Melanie klarzukommen. Aber ob sie sich da mal nicht täuschen?
Tatsächlich bleibt Melanie in ihrem Körper und schafft es, der Seele, mit der sie nun leben muss, menschliche Gefühle und die Sehnsucht nach Jared und Jamie zu vermitteln. Zusammen begeben sich die Feindinnnen auf eine Reise auf der Suche nach ihren Liebsten, mehr Menschlichkeit und der Chance auf ein friedliches Zusammenleben von Menschen und Seelen.

Die Fakten
offizieller Filmstart in Deutschland: 13. Juni 2013
Filmdauer: 125 min
Regisseur: Andrew Niccol
Hauptdarsteller: Saiorse Ronan, Diane Kruger
Nebendarsteller: Max Irons, Jake Abel, William Hurt

Negativ:
1. Für jemanden, der die Bücher nicht kennt, wirkt es in den Filmen, als gäbe es kaum Hintergrundinformationen zu den Seelen und anderen Welten. Das zeigt beispielsweise die, sorry, für ihren Job und der Recherche vor einer Filmkritik unfähige Rezensentin bei quotenmeter. Das Problem ist, dass hier ein großes Manko am Film zu sehen ist: Die aktuellen Geschehnisse wurden ganz gut dargestellt, die Hinergründe wurden omplett rausgeschmissen. Klar sind sie einerseits nicht so wichtig für den Film, aber andererseits fehlen sie dann, wie diese Rezensentin beweist, eben doch.
2. Es gibt gravierende Fehler in der Darstellung der Beziehung von Melanie und Wanda. So ist schon die Ausgangssituation falsch, denn sie entscheiden zu diesem Zeitpunkt bereits gemeinsam. Wie die Zwei zu Freundinnen werden, ist für reine Filmseher nur schwer verständlich.
3. Die schauspielerischen Leistungen sind okay, aber nicht überragend. Man hat natürlich keine hochkarätigen Schauspieler verpflichtet, aber ich hätte mir mehr erhofft.

Pluspunkte:
1. Die Lebenswelt der Menschen wurde, mit einigen Änderungen zum Buch, sehr gut dargestellt. Es wird klar, dass alle Menschen gefährlich leben, obwohl die Seelen nicht aggressiv sind, und wie eingeschränkt das Leben für die versteckten Menschen ist.
2. Die Geschichte wurde soweit sehr schön verändert, sodass - mit Abstrichen in den oben angesprochenen Hintergründen - eine sehr gute Buchumsetzung vorliegt.
3. Die Musik! Allein schon "Radioactive"!!!!
4. Der Abspann ist mit Bildern von Hubble wunderschön geworden - das gefällt sogar Andreas
5. Die Szenenbilder sind sehr gut geworden, unter anderem dank der Kostümbildner, die Gegensätze gut einfangen konnten.

Fazit:
Insgesamt ist The Host ein Film, der mir sehr gut gefällt. Natürlich lässt er als Buchverfilmung zu wünschen übrig, aber als reine Liebes-Science-Fiction ist er sehr sehenswert. Von mir gibt's eine 8.

Die neue Sortierung könnte gut die letzte und somit der Endstand für 2013 sein, denn ich weiß nicht, ob ich es während der Reha mal ins Kino schaffe. Interessante Filme gäbe es genug ...

24.  0Dark 30 (0)
223. The Impossible (2)
22. Kick-Ass 2 (2)
21. The Sessions (3)
20. Fast and Furious 6 (4)
19. Lincoln (4)
18. Die Hard 5 (5)
17. The Call (5)
16. The Heat (5)
15. World War Z (5)
14. R.E.D. 2 (6)
13. Frankenweenie (6)
12. Silver Linings Playbook (6,5)
11. Django (7)
10. Rush (7)
9. Iron Man 3 (7)
8. Argo (7,5)
7. Despicable Me 2 (7,5)
6. Monsters University (7,5) 
5. The Lone Ranger (8) 
4. White House Down (8,1) 
 3. Olympus has fallen (9)
2. Les Misérables (9)
1. Now You See Me (10!)