Dienstag, 15. Oktober 2013

WB Studio Tour - Killing the Magic

Ich muss es noch mal in aller Deutlichkeit sagen: Die nun folgenden Einblicke in die Welt hinter die Filme nehmen der magischen Welt um Harry Potter ihre Magie. Wo die Realität des Filmschaffens vortritt, bleibt kein Platz für Zauberei, magische Gedanken und Romantik. Wer hier weiterliest, sieht die Wirklichkeit. Also: Wenn Ihr verzaubert bleiben wollt, überlest diesen Post!



Für alle Anderen gibt es hier nun einige interessante Fakten, Bilder und Szenen.


Beginnen wir in der großen Halle mit ihren schwebenden Kerzen. Sie wurden zunächst als am Seil hängende, ihre Höhe wechselnde Röhren gebaut ... bis sich herausstellte, dass die Feuergefahr dadurch deutlich erhöht wird. Jegliches Feuer, selbst wenn es in Röhren statt als Kerzen vorhanden ist, tendiert nun mal dazu, Kabel durchzubrennen .. Da beschloss das Team doch lieber, die Kerzen im Computer zu entwerfen ...


Apropos Große Halle: Das ist das Dach. Das einzige, echte Dach. Eine Miniatur, gerade groß genug, um sie auf die Kamera aufzusetzen. Alles, was wir als Dach kennen, wurde also hiervon abgefilmt oder im Computer generiert.


Auch Maske und Kostüme haben geschummelt. So wurden für die letzten Filme Kleidungsstücke in verschiedenen Stufen der Abnutzung entworfen, um Harry einzukleiden. Nichts mit wirklich mal abgetragen.


Und selbst Helena Bonham Carter brachte nicht genug Haarpracht mit, um der Maske die Arbeit zu erleichtern. Oder vielleicht hat sie auch zu viele, zu schlecht zu bändigende Haare und braucht deshalb eine Perücke - vorstellbar finde ich mit meinen Naturlocken das ...  
Bild von http://www.media-courses.com/blog/wp-content/uploads/2011/01/helena-bonham-carter-083.jpg


Dieses gefährlich aussehende Eingangstor ... sieht aber auch wirklich nur gefährlich aus, wie ein kurzer Tasttest beweist. Es wurde aus ... Plastik ... gefertigt.


Wie bekommt man es auf beengten Raum hin, die langen Gänge des Leaky Cauldron aufzubauen? Gar nicht, man nutzt optische Täuschungen. Dieser so lang aussehende Raum ist keine drei Meter tief!

Der typische Greenscreen hat auch eine ganz wichtige Rolle - wie sonst willst du durch Gringotts fahren oder Schauspieler auf Besen fliegen lassen? Alle Geräte haben sich gedreht, sodass wir sie aus mehreren Richtungen sehen konnten.


Besen fliegen und Zauberstab kämpfen war auch erlaubt. Andreas demonstriert in einem kurzen Video, wie der Zauberstab zu nutzen ist und welche Modelle uns doch beeindrucken konnten. Lupins Koffer stammt beispielsweise nicht aus dem Computer, sondern wurde wirklich errichtet und funktioniert heute Tag für Tag für Tag.



Die Tür zum Chamber of Secrets ist echt. Jede Schlange ist beweglich! Das Modell ist so überzeugend, dass wir bis zu unserem Besuch auf der WB Studio Tour dachten, dass der Eingang computergeneriert ist. Kompliment an die Macher! 


wer sich nicht mehr an die Tür erinnert, klickt bitte hier: http://www.youtube.com/watch?v=vh5gn3Qk2K0&feature=youtu.be

Lustig, dass die Treppen in Hogwarts aus genau einem Modell bestehen. Alles andere stammt aus dem Computer. 

Was Snapes/Slughorns Dungeon in der Rubrik "Killing the Magic" zu suchen hat? Nun, aufmerksamen Filmfans sollte das erste Bild, die Mitte des Raumes, bekannt vorkommen. Der Bau wurde zuerst als wohliges Heim für Fluffy genutzt und erst für den zweiten Film zu Snapes Dungeon ausgebaut. Mit der Übernahme durch Slughorn, der zum ersten Mal wirklich im Dungeon unterrichtete, wuchs der Raum zu seiner bekannten und stets gedachte Größe - dem doppelten des heute sichtbaren Sets ...
 
 
 
 

"Magic is Might" - im Zauberministerium. Der imposante Brunnen der letzten Filme ist gar nicht mehr so imposant, wenn man erst davor steht. Das Kunstwerk besteht aus Schaumstoff!


Um dem Ministerium aber nicht seinen ganzen Zauber zu nehmen, präsentieren wir hier die wirklich hübschen Kamine und die Größe, die das Set zum Dreh hatte (vom Standpunkt der Kamera am Greenscreen bis zu den Kaminen). Tom Felton erzählt, dass alle Schauspieler gestaunt haben, als sie zum ersten Mal im Ministerium waren - verständlich.

 

 Warum es Umbridges Büro, das mir natürlich sehr gefällt, in diesen Post schafft?

Wegen der süßen Kätzchen, die ihre Teller zieren. Dafür wurden rund um London süße kleine Kitten gekauft, die den ganzen Tag mit verschiedenen Accessoires spielen mussten äh durften. So entstanden die bewegten Bilder. Heute leben die Kätzchen als glückliche unerkannte Filmstars bei normalen Familien aus der Region London/Watford.
 
 
 
 
 

Jetzt ist es Zeit, über zwei weitere interessante Tricks zu sprechen. Wie bekommt man Dementoren so riesig, schlank und bedrohlich? Und wie wird aus dem nicht riesenhaft großen Robbie Coltrane der Halbriese Hagrid? 

Nun, man nutzt interessante Aufbauten für die Akteure - und natürlich die Hilfe eines Computers.


Und man engagiert einen zweiten, 20 cm größeren, Darsteller für Hagrid. Dieser musste sich stets verhüllen und Hagrids Kopf aufziehen, um digital Robbie Coltrane einsetzen zu können. Daneben wurden besonders kleine bzw für die anderen Darsteller große Accessoires, Kameratricks und statt echter Eulen Babys genutzt.

 

Weitere nette Tricks, die die Welt von Harry Potter etwas entzaubern, präsentiert die Freifläche. 

Der Knight Bus wurde aus drei alten Doppeldeckern zusammengesetzt und gefärbt. Um mit ihm drehen zu können, mussten nicht nur nachts Straßen gesperrt werden, die Macher mussten zudem besondere Routen austüfteln. Denn mit diesem Riesenbus kommst du nicht unter den typischen Londoner Brücken durch!

 


Nein, der Grabstein ist nicht wirklich beängstigend - nur die Wolken helfen ihm ...


Privet Drive, wo Harry seine unschöne Kindheit verbrachte, wird durch diese beiden Häuser präsentiert. Mehr gibt es nicht. Alle Szenen außerhalb des Dursley-Hauses wurden hier gedreht und digital überarbeitet ... übrigens ist alles nackt, nur im Erdgeschoss von Nummer 4 finden sich Möbel.


Die lange Brücke - gibt es nicht und gab es ja auch in den Büchern nie. Das hier ist das einzige Stück, das je erbaut wurde.

Beeindruckend fanden wir die Schachfiguren, die teilweise ferngesteuert werden konnten. Sie qualifizieren sich nur als "Killing the Magic", weil sie auf der Freifläche standen, denn wir finden den Modellbau so gut, dass er eine neue Magie schafft.
  

And now ... we have to kill the last Magic ... in presenting Hogwarts as seen in the movies ...
Ja, das ist Hogwarts. Ein riesiges, detailliertes Modell, das für alle Szenen außerhalb Hogwarts genutzt wurde. Auf dieses Schloss fahren die Boote zu, über dieses Modell fliegen die Eulen, hier wurde Harry vom Drachen gejagt ... Okay, das tötet die Magie endgültig. Aber, hey, ist diese detaillierte Ausarbeitung nicht eine Magie für sich :-)

 
 
 


Und noch eine Magie müssen wir leider killen ... Butterbeer ...


schmeckt wirklich ekelhaft. Ich will nicht wissen, was da drin war *schüttel*

Unser Fazit von der WB Studio Tour:
Die Tour hinter den Kulissen der Harry Potter Filme können wir wirklich jedem empfehlen, der sich für die magische Welt von Harry, Ron und Hermione interessiert oder wissen will, wie die beliebtesten Fantasyfilme der letzten Jahrzehnte gemacht wurden. Der Eintrittspreis lohnt sich. Allerdings würde ich nicht mit sehr kleinen Kindern kommen, für die diese Tour schnell langweilig werden könnte. 

Wir verabschieden uns von Hogwarts und hoffen weiter auf unsere verspäteten Briefe - oder Ron, der uns im Ford Anglia abholt.