Tag 3 brachte eines der Highlights, aus denen ich nach London wollte: Die Warner Bros Studio Tour.
Bei Watford stehen die Studios, in denen alle Harry Potter Filme gedreht wurden. Die dort seit einigen Monaten geöffnete WB Studio Tour entführt Fans und Interessierte in die magische Welt von Harry Potter und vor allem hinter die häufig überraschenden Kulissen. Als Fan der Filme erfährt man hier, warum einige Filme nicht anders gedreht werden konnten und stark vom Buch abweichen, wie die Magie entstand und was die Filme ausmacht.
Die Anfahrt zu den Studios ist mit der Tube recht einfach: Vom Hotel geht es mit der Tube nach Euston Station, wo Fahrkarten bis Watford Junction gekauft werden können. Jetzt bitte nicht - wie wir - in die Irre leiten lassen: In London wird vor der Abfahrtstafel gewartet, bis das richtige Gleis aufleuchtet. Glücklicherweise ließ uns der nette Bahnmensch raus, sodass wir zum richtigen Gleis kamen.
Es kann tatsächlich auch bei der Bahn passieren, dass Gruppen getrennt werden und Reisende den Anschluss verpassen. So trafen wir auf eine etwas irritierte Kanadierin, deren Schwester den Zug erwischt hatte, sie aber nicht. Die beiden trafen sich glücklich im Bus wieder, der kaum zu übersehen ist.
Noch ein Wort zu den Karten für die Warner Bros Studio Tour: Pro Erwachsenem kostet der Eintritt 29 Pfund (derzeit knapp 34 Euro). Keine Angst vor dem hohen Preis, das lohnt sich wirklich. Für Andreas hatten wir ein normales Ticket gekauft, für mich das Plusticket für knapp 46 Euro. Das beinhaltet neben dem Eintritt ein Guidebook (gibt's freundlicherweise erst am Ausgang - aber Achtung: Nur auf Englisch!) und einen Audioguide. Da habe ich zum ersten Mal erlebt, wie man heute den Audioguide versteht: Ein IPod pro Person, der mit Kommentaren zu den Ausstellungsstücken, Videos und einer ausführlichen Bildergalerie bestückt wurde. Gesprochen wurden die Kommentare von Tom Felton (Draco Malfoy) :-)
Übrigens hat es in den Studios niemanden mehr interessiert, dass Andreas ab und zu meinen Audiogiode genutzt hat - das nur als kleiner Hinweis. Ich will das nicht als Tipp geben, weil das verständlicherweise nicht erwünscht ist ...
Ich teile den Bericht zur WB Studio Tour bzw den Harry Potter Studios ab hier: In diesem Post findet Ihr die Inhalte, die den Zauber von Harry Potter nicht nehmen, sondern einfach die Magie hinter den Filmen unterstützen. Im nächsten Post gibt es dann einige Blicke hinter die Kulissen. Also Achtung: Spoiler- und Realitätsalert für Post 2!
Die Magie hinter Harry Potter
Im Wartebereich gibt es Bilder der Stars, aber auch schon Ausstellungsstücke wie das Fliegende Auto. Nettes Trivia zu diesem: Es gab unter anderem einen Nachbau für die "Nahkampfszenen" mit dem Whomping Willow, der von der Crew "Rambo" getauft wurde, und einen exakten Nachbau für Nahaufnahmen, den "Hero".
Die vermutlich immer volle Warteschlange, die durch ein Kino mit einem recht interessanten Film gebremst wird, führt vorbei an einigen Bildern von J.K. Rowling und Fans, die begeistert das Buch in Händen halten, und der vermutlich kleinsten Szene: Harrys Cupboard under the stairs.
Auf den Film folgt das erste Highlight: Die große Halle. Ich verrate jetzt nicht, wie es vom Kino in die Halle geht, weil ich damit einen wichtigen Effekt nehmen würde, aber es der erste atemberaubende Moment der Tour! Ich glaube, jeder Harry Potter Fan hat etwas Gänsehaut, wenn die Tore aufgehen ...
In der Halle dürfen einige Kostüme bewundert werden, darunter alle Lehrerkostüme und das Originalkostüm von Cedric Diggory aka Edward Cullen => schmachten erlaubt.
Achtung, wichtiger Hinweis: Wer in der Großen Halle Bilder machen will, muss sich beeilen. Leider hat man hier im Gegensatz zu allen anderen Bereichen des Studios nur einen begrenzten Aufenthalt, denn die nächsten Gäste sollen die gleiche leere Halle vorfinden wie man selbst. Wenn man das nicht weiß und viel Zeit mit Anschauen statt Fotografieren verbringt, reicht es nicht!
Weiter geht es dann in verschiedenen Bereichen, beispielsweise Set Design. Hier wurden einige der Prachtexemplare der Filme präsentiert. Viele Abteilungen konnten selbst aussuchen, was ihrer Meinung nach die wichtigsten/schönsten Stücke sind. Kein Wunder, dass die herrliche Weihnachtsparty dazugehört.
Aber auch die stets lecker dekorierten, üppig bestückten Tische der Großen Halle wurden gezeigt. Dazu ein Trivia, das meiner Überzeugung nach nicht den Zauber nimmt: Nach dem ersten Film saßen die Kids immer vor Esskunstwerken aus Plastik oder gar Spanplatte, denn unter den grellen Scheinwerfen schmilzt Schokolade sehr schnell. Wie gut, dass das Küchenteam immer Schokoladentorten für die armen Kids parat hatte - wer will als Teenie schon stundenlang bei bester Laune vor nicht essbarer, aber lecker anzusehender Schokolade spielen, ohne selbst was abzubekommen ...
Neben den Maskenbildern, der immer wieder vertretenen Kostümabteilung und vielen anderen Bereichen durfte natürlich auch das Kreativteam nicht fehlen. In mehreren Vitrinen präsentierte es seine Lieblingsstücke, darunter Sirius' Gefängniskarte, der Stein der Weisen und Hermiones Time Turner. Mir hat, wie schon im Film, das Skele-Gro sehr gefallen, das einfach eine lustige Flasche hat.
Auch viele der Zauberstäbe waren zu sehen. Dazu ein interessanter Hinweis von Tom Felton: Einige Darsteller, darunter Ralph Fiennes (Voldemort), hatten großen Spaß daran, zusammen mit dem Team ihren Zauberstab zu entwerfen. Mir persönlich gefällt ja der von Moody sehr, der mit einem Morgenstern verziert wurde ...
Natürlich gibt es auch den Gryffindor Common Room und das Schlafzimmer der Jungs zu sehen. Ich verrate jetzt nicht, wie man vom Common Room ins Schlafzimmer kommt ... lustig ist aber, dass die für 11-jährige Jungs entworfenen Betten bis zum Ende genutzt wurden ... ja, die Jungs hingen einge Zentimeter über und es war extrem unbequem ...
Zu den schönsten Sets gehört Dumbledores Büro,das mit Instrumenten vollgestopft wurde. Alle Instrumente wurden eigens für den Film entworfen, viele nach Vorbilder aus Museen. Beinahe tragisch, dass eines der teuersten und schönsten Stücke, Dumbledores Teleskop, in keinem Film zur Geltung kam. Und auch auf der WB Studio Tour ist das Teleskop nur in der Galerie zu sehen.
Selbstverständlich gibt es auch Quidditich-Ausrüstung zu sehen. Auch hierzu wieder ein interessanter Fakt: Die Creative Designer wollten die Bludger aus Plastik herstellen, um sie leichter und weniger schmerzhaft zu machen. Rowling bestand darauf, Metall zu nutzen, denn Bludger müssen wehtun ...
Mir hat The Burrow sehr gefallen, der zu den beliebtesten Sets gehörte. Das Haus der Weasleys soll secondhand und handgemacht aussehen, um die Armut und Kreativität von Arthur und Molly zu unterstützen. In liebevoller Kleinarbeit und bei zahlreichen Einkäufen im ganzen Land entstand The Burrow. Und er ist doch wirklich sehr gut gelungen!
The Burrow ist übrigens ein interaktives Set, in dem der Besucher mit Handauflegen Dinge in Bewegung setzen kann. So fängt die Spülbürste den Abwasch an, wird ein Schal gehäkelt und vieles mehr. Alle animierten Gegenstände kamen so in den Filmen zum Einsatz.
Neben Kostümen der wichtigsten Todesser werden auch ihre Masken präsentiert. Mir war gar nicht bewusst, dass alle Masken verschieden sind. Sie sollen den Charakter der Figuren spiegeln.
Eine große Vitrine wurde auch der Kunst-Abteilung gewidmet. Sie durfte nicht nur Skizzen entwerfen, sondern wurde an einigen Stellen vom Set Design und dem Kreativteam um Hilfe gebeten. So entstanden der Familienstammbaum der Blacks, alle Weasley-Produkte und die Briefe. Natürlich wurde auch die Marauders Map ausgestellt. Interessant waren auch hier die Trivia: Die Briefe, die Harry im ersten Film erhält, wurden handschriftlich erstellt (bis auf die, die nicht in Nahaufnahme zu sehen sind, sie konnten kopiert werden). Tja, einen Tag nach der langen Arbeit riefen die Tiertrainer an: Sorry, Eure Briefe sind zu schwer für unsere Eulen, die müsst Ihr noch mal machen, dieses Mal leichter bitte. Autsch.
Das Talent der Kunstabteilung wird auch in den detailreichen Zeichnungen deutlich, die allen Filmdrehs vorstehen. Es gibt in den Harry Potter Studios eine lange Galerie mit den schönsten Kunstwerken - die am besten gewordenen Fotos haben wir hier:
Eine der Abteilungen, die Andreas sehr fasziniert haben, war das Creature Design. Es ist unglaublich, wie viel Geld man "damals" noch in Figuren und Modellbau stecken konnte, weil das günstiger war als Computertechnik. An vielen der Originale konnten wir uns gar nicht satt sehen, so detailliert wurden sie erstellt. Vom neu schlüpfenden Fawkes über den ausgewachsenen, wunderschönen Phönix über den Dobby, den Harry so tränenreich zu Grabe trägt, und das gefährliche Monster Book of Monsters (man beachte das Innenleben und die Fernsteuerung!) zu lebensgroßen Puppen der Darsteller. Aragog war übrigens so eklig, dass Rupert Grint seine Abscheu nicht spielen musste - im Film sehen wir seine echte Reaktion!
Ein Highlight jagd das nächste, wenn wir weiter in die Diagon Alley laufen. Hier könnte binnen weniger Minuten wieder gedreht werden, so detailreich wurde das Studio belassen. Jedes Schaufenster ist dekoriert, die Straße nur mit einem Zuschauergang gesperrt ... Hier habe ich mich am stärksten in die magische Welt von Harry Potter versetzt gefühlt, weil Studiowände und Zuschauerabsperrungen unsichtbar wurden. Offensichtlich wurde, dass die Macher Weasleys Wizard Wheezes mit wahnsinniger Spielfreude dekorierten. Es gibt so viele lustige Kleinigkeiten, die teilweise im Shop gekauft werden können ... man muss sich einfach in den Laden verlieben!
Und mit den folgenden poetischen Worten von J. K. Rowling beende ich den ersten Ausflug in die Welt von Harry Potter, Hermione Granger, Ron Weasley und unseren anderen Helden:

















































