Montag, 16. Februar 2015

Review: The Theory of Everything


Theory of Everything ist einer der wenigen Oscarfilme dieses Jahres, die ich in der Must-See-Liste hatte, ehe sie nominiert oder im Gespräch waren. Und sogesehen auch die größte Enttäuschung.

Die Story
Erzählt wird die Geschichte von Stephen Hawking, der sich als junger Stundent mit vielen interessanten und vielversprechenden Ideen und zum ersten Mal richtig verliebt mit der ALS-Diagnose konfrontiert sieht, die sein Leben verändert. Dass und warum sie ihn aber nicht klein kriegt und er weiter das Genie bleibt, das er zu werden versprach, erfahren wir in diesem Film.

Die Fakten 
offizieller Filmstart in Deutschland: 25. Dezember
Filmdauer: 123 min
Regisseur: James Marsh
Hauptdarsteller: Eddie Redmayne, Felicity Jones
Nebendarsteller: David Thewlis, Harry Llyod, Emily Watson u.v.m. 

Was mir nicht gefallen hat:
- Eddie Redmayne wurde im Krankeitsverlauf immer schwerer verständlich. Hier hätte man mit Untertiteln arbeiten können, blieb aber der Biografie treu und erklärte den Zuschauer zum Menschen außerhalb Hawkings Familie, der ihn nicht versteht und verstehen soll.
- Aufgrund der sehr starken Faktentreue ist das Biopic stellenweise sehr zäh bis langweilig und uninteressant. Natürlich macht ihn das realistischer als das andere große Geek-Biopic des Jahres, aber eben nicht so sehenswert.
- Die Musik ist ebenfalls klassisch, damit dann auch sehr langweilig, sie kann keine eigenen Highlights setzen.
- Sowieso ist es schwierig, Highlights aus dem Film zu benennen, auch wenn die wenigen humorbesetzten Stellen (zum Beispiel die Wohnzimmerjagd aus Dr Who) im Gedächtnis bleiben.

Was mir gefallen hat:
+ Ich finde aber dennoch gut, dass ToE sich um eine realistische, glaubwürdige und faktentreue Verfilmung bemüht und daher sehr eng mit Jane und auch Stephen zusammenarbeitete.
+ Stephen lieh dem Film ja beispielsweise seine Stimme.
+ Eddie Redmayne, den ich schon in Les Mis klasse fand, spielt hier überragend. Wenn ich lese, wie viel Arbeit er in die Darstellung investierte, wie viele Filme von und mit Hawking er sah, dass er sich einen Zeitplan der Muskelausfälle anlegte etc, dann verdient das jeden Respekt. Und hoffentlich den Oscar!
+ Einige Dialoge und Zitate sind sehr mutmachend, da stellt man sich als Zuschauer doch der Tatsache, dass Hawkings Lebensmut (den er offensichtlich nur kurz mit seiner Sprache verlor) Bewunderung verdient. Hawking kann so vielen Menschen ein Vorbild sein, auch mir.

There should be no boundaries to human endeavor. We are all different. However bad life may seem, there is always something you can do, and succeed at. While there's life, there is hope.


Fazit
Theory of Everything ist zweifellos ein herausragendes Biopic mit einem unglaublichen Hauptdarsteller. Genau aus diesem Grund werde ich aber nicht wirklich warm damit. Mir fehlt einfach Spannung. Ich denke, 5,5 ist angemessen, werde den Film aber definitiv nochmal mit Untertiteln sehen, eventuell gewinnt er dadurch.
Andreas gefiel er übrigens sehr viel besser als Imitation Game, weil er faktentreuer ist...